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Künstlerin Helmi Meister stellt Aquarelle, Keramiken und Textilarbeiten aus

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Von: Christine Zacharias

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Helmi Meister stellt neben Aquarelle auch Keramiken aus
Helmi Meister stellt neben Aquarellen auch Keramiken aus. © Christine Zacharias

Die Bad Hersfelder Künstlerin Helmi Meister geht mit ihren Werken zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Ihre Aquarelle, Keramiken und Textilarbeiten stellt sie im Kapitelsaal des Museums aus.

Bad Hersfeld – Mit ihrer Kunst ist Helmi Meister bisher noch nie an die Öffentlichkeit gegangen. Dabei ist sie seit ihrer Kindheit kreativ. „Die Bilder lagen alle in der Schublade“, sagt sie und ist selber ganz begeistert, wie sehr die Farben leuchten, jetzt, wo ihre Aquarelle an den Sandsteinwänden des Kapitelsaals hängen.

Genau das, die Leuchtkraft der Farben auf dem weißen Papier, ist einer der Gründe, warum Helmi Meister am liebsten Aquarelle malt. Außerdem findet sie es enorm spannend, wie sich die Farbe auf dem nassen Papier verhält, wie sie ineinanderfließt und welche Effekte daraus entstehen. Einfach so drauflosmalen sei beim Aquarell nicht möglich, erklärt Helmi Meister. Zumindest nicht, wenn die Farben leuchten sollten, denn dann müssten als Kontrast immer weiße Flächen auf dem Papier freigehalten werden.

Intensiv der Aquarellmalerei gewidmet hat sich Helmi Meister, nachdem sie mit ihrer Familie vor etwa 25 Jahren nach Bad Hersfeld gezogen war. Ihr Mann hatte hier eine gute Stelle erhalten. Meister besuchte Kurse bei renommierten Aquarellkünstlern, die mit ganz unterschiedlichen Techniken arbeiteten. Aus dem Gelernten entwickelte sie dann ihre eigene Technik.

Motive findet sie in der Natur ebenso wie auf Fotos. Dabei setzt sie sich intensiv mit dem zu malenden Thema beziehungsweise der Person auseinander. Meistens malt Helmi Meister Serien, probiert verschiedene Farben, Bildausschnitte und Darstellungsformen aus.

Helmi Meister
Die Künstlerin Helmi Meister © Privat/NH

So intensiv wie mit dem Malen hat sich die Künstlerin auch mit Textil- und Keramikkunst auseinandergesetzt. Künstlerische Textilarbeiten lernte die aus Forchheim in Oberfranken stammende Künstlerin während einer Kunstgewerbeausbildung in Nürnberg kennen: Applikationen, Weben, Nähen und verschiedene Sticktechniken.

Später schloss sich ein Studium als Textildesignerin in Münchberg an. Vor allem das Sticken hat es ihr angetan. Sie habe einen Kreuz-und-Quer-Stich entwickelt, erzählt Meister. Dazu arbeitet sie am liebsten mit farbkräftiger französischer Seide. Durch Überlagerung der Stiche seien Farbabstufungen und sowohl filigrane wie auch kräftige Effekte möglich, zeigt sie am Beispiel von verschiedenen Stickarbeiten, die sie ausstellt.

Zudem arbeitet Meister gerne mit alten Sticktechniken, dem Tülldurchzug, zum Beispiel, bei dem Motive mit weißem Faden auf den hauchdünnen Tüll gestickt werden oder Goldlegearbeiten. Hier werden Goldfäden mit dünnen Metallfäden auf den Stoff genäht, eine Technik, die unter anderem bei Kirchengewändern genutzt wird. Die gezeigte Arbeit entstand auf grobem Jutestoff, der einen reizvollen Kontrast zum wertvoll glänzenden Goldfaden bildet.

Aus einem Kurs hat sich eine weitere kreative Leidenschaft entwickelt: die Keramik. Meister hat ganz unterschiedliche Gefäße und Skulpturen in Aufbautechnik entwickelt und schätzt dabei geschwungene und gerissene Strukturen und sowohl durchscheinende als auch kräftige, dunkle Glasuren.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Form, Farbe, Faden“ wird am Freitag, 16. September, um 18.30 Uhr im Kapitelsaal des Museums, Im Stift 6a in Bad Hersfeld, eröffnet und ist bis zum 6. November jeweils dienstags bis samstags von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr zu sehen sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr.

(Christine Zacharias)

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