Beirat will Geräuschquellen identifizieren und Abhilfe schaffen

Tag gegen den Lärm: Bad Hersfeld ist viel lauter als gedacht

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Den Lärmquellen auf der Spur: Gerhard Klee (zweiter von rechts) und Gerd Hartung (erster von links) vom Lärmschutzbeirat waren während des „Lärm-Spaziergangs“ mit dem Messgerät am Stadtring unterwegs.

Bad Hersfeld. „Viel lauter als gedacht“, lautete das einhellige Fazit der Teilnehmer am „Lärm-Spaziergang“, welcher anlässlich des „Tags gegen Lärm“ durch die Kur- und Festspielstadt führte.

Gerd Hartung und Gerhard Klee vom Lärmschutzbeirat nahmen gemeinsam mit den Spaziergängern an neuralgischen Stellen Schallpegel-Messungen vor.

Erstaunliche 70 Dezibel erzeugte das Kofferrollen auf dem Bahnhofsvorplatz, ein anfahrender Nahverkehrszug brachte es gar auf 85 Dezibel auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig. 80 Dezibel habe er trotz der drei Meter hohen Lärmschutzwand während der Durchfahrt von Zügen gemessen, berichtete Hartung, selbst im Kurpark würden noch 60 Dezibel erreicht.

Jürgen Stanke vom Verein „Bürger für Niederaula“ im Gespräch vor dem Info-Stand.

Trotz geringen Verkehrsaufkommens um die Mittagszeit war es auch auf dem Stadtring nicht eben leise. 80 Dezibel zeigte das Schallpegel-Messgerät in Höhe des Fußgängerüberwegs zum „Schlösschen“ an. Damit liege man weit über den von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Grenzwerten von 50 Dezibel am Tage beziehungsweise 40 Dezibel während der Nacht, erläuterte Gerhard Klee.

Präsentierten leise Töne: Die „Gold Miners“ mit Johannes Gunkel, Michael Schupmann und Bernd Raacke.

Erstmals beteiligte sich auch die Stadt Bad Hersfeld auf Initiative des vor gerade einmal einem halben Jahr ins Leben gerufenen Lärmschutzbeirats am bundesweiten „Tag gegen Lärm“, der in diesem Jahr bereits zum zwanzigsten Mal stattfand. Ein Indiz, dass man bislang in Sachen Lärmschutz vielleicht einiges verschlafen hat; immerhin ist Bad Hersfeld als ein Knotenpunkt europäischer Transitstrecken einer besonderen Belastung durch die ständig zunehmenden Verkehrsströme ausgesetzt.

Von Thomas Landsiedel

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