Möglichst viele sollen beteiligt werden

Vorauseilender Lärmschutz: Bad Hersfeld will sich auf Schnellbahntrasse vorbereiten

Das Bild zeigt einen durchfahrenden Schnellzug am Bahnhof in Bad Hersfeld.
+
Bad Hersfeld will nicht abgehängt werden: Doch solange Hochgeschwindigkeitszüge oder Güterwaggons durch die Stadt fahren, wird es auch Lärm geben. Deshalb soll rechtzeitig ein Konzept erarbeitet werden.

Mit Blick auf die geplante Schnellbahntrasse soll in Bad Hersfeld frühzeitig ein eigenes Lärmschutzkonzept mit breiter Beteiligung aller Betroffenen erarbeitet werden.

Bad Hersfeld - Die geplante neue Schnellbahntrasse soll durch Bad Hersfeld führen, der Bahnhof muss in der Kreisstadt bleiben – das hat die Stadtpolitik immer wieder deutlich gemacht. Als „Generationenchance“ hat Bürgermeister Thomas Fehling das Bahnprojekt jetzt im Bauausschuss bezeichnet und angeregt, frühzeitig ein eigenes Lärmschutzkonzept für die Bahntrasse mit breiter Beteiligung aller Betroffenen zu erarbeiten.

„Wir wollen deutlich zeigen, dass in Bad Hersfeld Konsens über die Trasse besteht, dass wir das Projekt aktiv gestalten wollen“, sagte Fehling. Die Verwaltung habe dazu ein erstes Lärmschutz-Papier erarbeitet, das von Chanda Heß (Technische Verwaltung) vorgestellt wurde. Darin sind Karten mit dem von der Stadt favorisierten Trassenverlauf zu sehen, die mit Bildern von neuralgischen Punkten sowie Lärmkartierungen versehen sind. Das Papier soll die Diskussionsgrundlage für Gespräche mit dem Aktionsbündnis Bahn, dem Lärmschutzbeirat aber auch mit den Bürgern bilden, erläuterte Chanda Heß.

Zuerst solle die Stadtpolitik in den Prozess eingebunden werden, später auch die breitere Bevölkerung. Zurzeit plane man Wochenendworkshops an den beiden ersten März-Wochenenden, die je nach Corona-Lage als Präsenz- oder Onlineveranstaltungen stattfinden können.

Intern rechnet man damit, dass zum Herbst konkretere Angaben über den genauen Trassenverlauf von der Bahn gemacht werden. „Es wird dann Menschen geben, die direkt davon betroffen sind“, machte Fehling klar. „Deshalb sollten wir mögliche Konflikte früh erkennen, managen und idealerweise gute Lösungen finden“, sagte der Bürgermeister im Ausschuss.

Skeptisch reagierte Andrea Zietz (NBL/Grüne) auf den Vorstoß des Bürgermeisters. „Wir müssen ein positives Signal senden“, mahnte sie und warnte davor, ein vermeintliches Problem zu diskutieren, das die Stadt noch gar nicht hat. Diese Sorge suchte Chanda Heß zu zerstreuen: Ziel des Projekts sei, das Thema positiv mit der Bevölkerung zu diskutieren. „Kritische Stimmen wird es immer geben“, räumte auch Bürgermeister Fehling ein. Deshalb sei es sinnvoll, die Zeit zu nutzen, um Lösungen zu finden. Er erinnerte daran, dass selbst wenn die neue Schnellbahnstrecke nicht durch Bad Hersfeld verläuft, die Bestandsstrecke aber bestehen bleibe. Diese werde dann vermutlich von noch mehr Güterzügen als bisher frequentiert, sodass es eher noch lauter werde. „Ein vernünftiges Konzept ist deshalb umso wichtiger“, sagte Fehling.

Das Lärmschutzpapier ist noch nicht öffentlich einsehbar, weil es zunächst von der Stadtpolitik diskutiert werden soll. Sobald es zu einer Einigung kommt, werde es allen zugänglich gemacht, kündigte Stadtsprecher Meik Ebert auf Anfrage unserer Zeitung an. (Kai A. Struthoff)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.