1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra
  4. Bad Hersfeld

Landwirte und Naturschützer fordern Regeln statt Solarpark-Streusel

Erstellt:

Kommentare

Solarpark über dem Amazon-Parkplatz.
Solarpark über dem Amazon-Parkplatz. © Struthoff, Kai A.

Naturschützer und Landwirte fordern, Freiflächen-Fotovoltaikanlagen vorzugsweise auf bebauten Flächen zu errichten.

Hersfeld-Rotenburg – Ein gemeinsames Positionspapier zur Errichtung von Freiland-Fotovoltaikanlagen haben jetzt Kreislandwirt Horst Taube aus Bebra und der Vorsitzende des Naturschutzbeirates des Kreises Karl Heinz Humburg vorgelegt. Mit dem Papier wollen sie „eine Diskussion über das Thema auf breiter Basis anstoßen“, sagt Horst Taube, der für die CDU auch lange im Kreistag saß und Vorsitzender des Gebietsargrarausschusses ist.

Eine solche Debatte ist auch nötig, denn an den Solarparks auf der Wiese scheiden sich die Geister: Kritiker stören sich am Flächenverbrauch von eigentlichem Ackerland, andere monieren, dass die Landschaft mit diesen Anlagen „zugepflastert“ wird. Klar ist aber spätestens seit der Energiepreiskrise durch den Ukraine-Krieg, dass der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden muss. „Wir wollen nicht, dass Freiland-Fotovoltaikanlagen wie Streusel auf einem Kuchen verteilt werden“, stellt Karl Heinz Humburg klar. Nach den Vorstellungen von Humburg und Taube könnten rund ein Drittel dieser Anlagen auf bereits genutzten Flächen, wie etwa Parkplätzen, entstehen. Als Beispiel nennen die beiden den Solarpark auf dem großen Amazon-Parkplatz am FRA 3 in Bad Hersfeld.

Taube und Humburg haben ihr Positionspapier bereits in der Bürgermeisterdienstversammlung und beim Regierungspräsidium vorgestellt. Auch der Landesagrarausschuss soll eingebunden werden. „Entscheidend sind die Städte und Gemeinden“, weiß Humburg, denn sie müssen derartige Solarparks durch Bebauungspläne regeln. Allein die Zusammenarbeit des Landwirts Taube und des Naturschützers Humburg ist allerdings eine kleine Sensation, denn lange Zeit hatten sie eher unterschiedliche Vorstellungen zum Thema Umweltschutz. (Kai A. Struthoff)

Freiland-Fotovoltaikanlagen

Als Freiland-Fotovoltaikanlage bezeichnet man Solarmodule, die nicht auf Dächern oder an einer Fassade, sondern ebenerdig auf der freien Fläche aufgestellt sind. Durch den Unterbau können sie optimal zur Sonne ausgerichtet werden. Solche Anlagen machten 2021 etwa ein Viertel aller Solaranlagen in Deutschland aus. Strom von Freiflächenanlagen wird über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Die Vergütung ist aber geringer als für Anlagen an Häusern. (kai)

Mehr zum Thema lesen Sie in unserer gedruckten Ausgabe vom 11. Januar.

Auch interessant

Kommentare