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Laura Hellwig war Praktikantin und lernt jetzt den Beruf der Redakteurin

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Von: Nadine Meier-Maaz

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Volontärin Laura Hellwig mit Handy, Kamera, Block und Stift auf dem Linggplatz in Bad Hersfeld.
Das „Journalisten-Besteck“ immer dabei: Volontärin Laura Hellwig mit Kamera, Block und Stift auf dem Linggplatz in Bad Hersfeld – und ohne Smartphone geht es heute natürlich auch nicht mehr. © Nadine Maier-Maaz

Menschen treffen, Veranstaltungen besuchen, recherchieren. Der Journalismus ist vielseitig und sucht Nachwuchs. Im Porträt spricht Volontärin Laura Hellwig über ihren Beruf.

Bad Hersfeld – Ob Bienen oder Baustellen, Politiker oder Popstar, Weihnachtsmarkt oder Wahlen – was Laura Hellwig an ihrem Beruf als Lokaljournalistin besonders gefällt, ist die Abwechslung. Die inzwischen 23-Jährige war einige Jahre lang Freie Mitarbeiterin der Hersfelder Zeitung, jetzt ist sie Volontärin und wird zur Redakteurin ausgebildet.

„Man lernt die verschiedensten Bereiche des Lebens kennen und immer wieder Neues dazu“, erklärt die Bad Hersfelderin ihre Begeisterung. „Man kommt mit spannenden Menschen ins Gespräch, kann hinter die Kulissen schauen und wird dafür auch noch bezahlt“, ergänzt sie lachend. Und das mit dem Blick hinter die Kulissen gilt nicht nur für die Festspiele, für die sich Hellwig ganz besonders interessiert.

Dass sie sozusagen vor der eigenen Haustür unterwegs ist, mache die Arbeit nicht langweiliger. Im Gegenteil: „Es ist umso spannender, denn es gibt immer noch Ecken und Dinge, die man nicht kannte.“ Wobei die 23-Jährige natürlich nicht nur in Bad Hersfeld und der direkten Nachbarschaft Termine wahrnimmt und Themen sucht, sondern mitunter im gesamten Landkreis.

Eine Betriebsbesichtigung bei der HZ im Schilde-Park in der Oberstufe hatte Hellwigs Interesse geweckt. Bei einem dreiwöchigen Praktikum lernte sie dann wenig später die ersten „Handgriffe“ und bekam von den neuen Kollegen unter anderem folgende Tipps: Namen immer buchstabieren lassen, denn Meier ist nicht gleich Mayer und Stefan nicht gleich Stephan. Und: Lieber einmal zu viel nachfragen, wenn etwas unklar ist, als einmal zu wenig. Dumme Fragen gibt es nicht.

Menschen für die Zeitung zu fotografieren, musste die Volontärin erst noch lernen

Mit Kamera, Block und Stift ging es dann auch gleich los. Bei einer Umfrage in der Stadt wurde schnell klar: Fremde Menschen ansprechen und „ausfragen“, auch das muss man können. Erfahrungen mit der Kamera hatte die Nachwuchsreporterin zwar bereits, allerdings eher von Ausflügen in die heimische Natur. Menschen auf der Straße oder bei offiziellen Terminen zu fotografieren und dabei zu dirigieren, das musste sie sich erst aneignen.

An ihren ersten Artikel kann sich Laura Hellwig auch noch erinnern. „Dabei ging es um ein Schulprojekt an der Gesamtschule Obersberg.“ Ebenfalls im Gedächtnis geblieben ist der 23-Jährigen ein relativ kurzfristiges Interview mit Musiker Gregor Meyle, der 2018 in der Stiftsruine auftrat. „Erst danach habe ich mitbekommen, wie bekannt er eigentlich ist“, berichtet Hellwig schmunzelnd.

„Die meisten freuen sich, wenn die Zeitung kommt“, hat die angehende Redakteurin schnell festgestellt. Es gebe aber natürlich auch Themen und Situationen, in denen man als Journalist nicht so gern gesehen sei. „Das ist dann noch mal eine besondere Herausforderung, wenn jemand der Presse von vornherein kritisch gegenübersteht“, so Hellwig.

Direkte Rückmeldungen von Lesern und Gesprächspartnern sind im Lokaljournalismus keine Seltenheit. Auch beim Gang durch die Fußgängerzone wird die 23-Jährige prompt von Bekannten angesprochen. „Toller Artikel, wir lesen alles von dir!“, geben sie ihr mit auf den Weg. Ihre stolze Oma hat das Ausschneiden und Sammeln aller Artikel jedoch inzwischen aufgegeben, es sind einfach zu viele geworden.

Laura Hellwig fotografiert die Mückenstürmer auf dem Hersfelder Lingg-Platz.
Immer nah dran: Ob Vereinsvorsitzender, Schauspieler oder Politiker – Lokaljournalistin Laura Hellwig kommen die verschiedensten Menschen vor die Linse. Für unser Foto knipste sie die Hersfelder Mückenstürmer. © Nadine Maier-Maaz

Hilfreiches Hintergrundwissen lernt die Volontärin bei Seminaren

Praktika beim Radio und in einer behördlichen Pressestelle stehen ebenfalls im Lebenslauf der Bad Hersfelderin. Sie habe aber schnell gemerkt, dass das Schreiben und Zeitungmachen eher ihr Ding ist. „Hier kann ich eigene Ideen einbringen und bin relativ frei bei der Gestaltung meiner Themen“, sagt die 23-Jährige. Ob Bericht, Reportage, Kommentar oder Interview, fast alles ist möglich.

Hilfreiches Hintergrundwissen zu Recherche, Medienrecht oder Kommunalpolitik wird den Volontären der Zeitungsgruppe in regelmäßigen gemeinsamen Seminaren vermittelt. Das einzige, was Hellwig an ihrem Beruf stört, sind Verallgemeinerungen und Vorurteile gegenüber den Medien. „Oft werden alle in einen Topf geworfen“, hat sie festgestellt. Von ihrem Traumjob lässt sie sich trotzdem nicht abbringen. Mal sehen, was morgen ansteht – denn Überraschungen sind im Lokaljournalismus keine Seltenheit.

Zur Person: Laura Hellwig (23) kommt aus Bad Hersfeld und hat 2018 Abitur an der Modellschule Obersberg in Bad Hersfeld gemacht. Direkt im Anschluss absolvierte sie ein Bachelor-Studium an der Universität Erfurt mit dem Hauptfach Kommunikationswissenschaften und dem Nebenfach Germanistik.

Als freie Mitarbeiterin bei der Hersfelder Zeitung begann Hellwig 2017, seit Oktober 2021 ist sie nun Volontärin bei der HZ in Kooperation mit der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA). In ihrer Freizeit geht die 23-Jährige gerne joggen, sie engagiert sich auch beim Bad Hersfelder Lollslauf. Weitere Interessen sind Literatur, Kunst und Fotografie. (Nadine Meier-Maaz)

Freie Mitarbeiter gesucht

Die Hersfelder Zeitung sucht freie Mitarbeiter. Ob Theater, Lokalpolitik, Vereinsberichterstattung oder Fußballspiele: Als freier Mitarbeiter der Lokalredaktion oder auch der lokalen Sportredaktion stehen Ihnen alle Themen offen. Im Idealfall sind Sie neugierig und gehen offen auf Menschen zu. Außerdem müssen Sie mindestens 18 Jahre alt sein, einen Führerschein, ein Auto und eine Digitalkamera besitzen. Die Arbeit wird natürlich bezahlt. Auch wenn Sie Interesse daran haben, in erster Linie zu fotografieren, können Sie sich melden. (nm)

Kontakt: E-Mail: redaktion@hersfelder-zeitung.de, Telefon 0 66 21/161 125.

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