Stadt will für Einzelhändler attraktiver werden

Leerstand in Bad Hersfeld nimmt dramatisch zu

Leerstehendes Geschäft in Bad Hersfeld
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Leerstand, leerstehendes Geschäft in Bad Hersfeld

Der Leerstand von Geschäften ist in vielen Städten ein Problem und nimmt auch in der Bad Hersfelder Innenstadt dramatisch zu. Verschärft wird die Lage durch die Corona-Krise, die den Händlern Umsatzeinbrüche beschert hat.

Bad Hersfeld - Deshalb will die Stadtpolitik gemeinsam mit den Marketingexperten nach Lösungen suchen. „Rund um die Fußgängerzone stehen bereits 14 Immobilien leer“, weitere könnten folgen, warnt der UBH-Fraktionschef Hans-Jürgen Schülbe. Deshalb wäre ein verkaufsoffener Sonntag als Umsatzbringer wichtig gewesen.

Schülbe schlägt aber noch weitere konkrete Maßnahmen vor, um die Innenstadt attraktiver zu machen. Er regt unter anderem an, dass die Stadt leer stehende Gebäude aufkaufen, sanieren und an Online-Händler vermieten soll, damit diese auch in persönlichen Kontakt mit den Kunden treten können. In größeren Städten gäbe es entsprechende Modelle.

Auch Matthias Laufer-Klitsch, stellvertretender Vorsitzender des Stadtmarketingvereins und Juwelier mit Ladengeschäft am Linggplatz, sagt: „Der Leerstand in der Innenstadt ist besorgniserregend und nimmt immer weiter zu.“ Das Problem sei aber nur in Zusammenarbeit mit den Hauseigentümern zu lösen, denen die konkreten Probleme der Händler oft gar nicht bewusst sind. Zudem seien die Mieten oft zu hoch, meint Laufer-Klitsch. Von der Idee, leer stehende Immobilien an Online-Händler abzugeben, hält er indes nichts. „Damit würden wir uns keinen Gefallen tun.“ Stattdessen solle der stationäre Handel gestärkt werden.

„Wir müssen das Problem dringend angehen“, mahnt auch Matthias Glotz, Leiter des städtischen Fachbereichs Stadtmarketing. Neben der Corona-Pandemie, dem Online-Handel und den hohen Mieten, seien viele Immobilien für größere Handelsketten zu klein. Im familiengeführten Einzelhandel gebe es aber immer weniger Menschen, die bereit sind, an 300 Tagen im Jahr zu arbeiten. Glotz plädiert für Staffelmieten, Anschubfinanzierungen, Fördergeld und Zuschüsse für Umbauten, um leer stehende Immobilien zu vermarkten.

In anderen Städten vergleichbarer Größe sei diese Thematik meist bei der Wirtschaftsförderung angesiedelt, dafür gebe es Personal und Budget. Beides kostet Geld, das gerade in Corona-Zeiten knapp ist. In Bad Hersfeld soll sich jetzt der Stadtplanungsausschuss nach einhelligem Willen des Stadtparlaments mit dem Thema befassen. Vorerst könnten aber wenigstens die Schaufenster der leer stehenden Geschäfte ansprechender gestaltet werden, appelliert Hans-Jürgen Schülbe. (Kai A. Struthoff)

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