"Haben sofort reagiert"

Auch Bad Hersfelder Klinikum und Rotenburger HKZ mussten Wilke-Fleisch aussortieren

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Sie haben sofort reagiert: Uwe Gathmann (links), Leiter Speisenversorgung im Klinikum Hersfeld-Rotenburg, und Küchenleiter Helmut Kaufmann, entfernten die betroffenen Lebensmittel aus der Großküche.

Auch das Bad Hersfelder Klinikum, das HKZ Rotenburg und das Klinikum Fulda sind über den Großhandel mit Produkten der Firma Wilke Wurstwaren aus Waldeck-Frankenberg beliefert worden.

Alle Häuser haben sofort reagiert und die betreffenden Produkte aussortiert. „Das Klinikum Hersfeld-Rotenburg hat am 2. Oktober alle Produkte aus Produktion und Verteilung entfernt“, erklärte Sprecher Werner Hampe auf Nachfrage. An alle Mitarbeiter seien entsprechende Informationen ergangen. Zudem seien alle Laborergebnisse auf Listerien geprüft worden. „Im Jahr 2019 gab es bei uns keinen einzigen Fall“, so Hampe.

Die Wilke-Produkte waren über den Umweg des Großhandels in die Küchen der Kreis-Kliniken gelangt. Direkt werden die Krankenhäuser nicht von Wilke beliefert, erklärt Klinikum-Sprecher Werner Hampe. „Wir haben sofort reagiert und alle Wilke-Produkte aus der Produktion und Verteilung im Haus genommen.“ Am Mittwoch, 02.10.2019, wurde bekannt, dass sämtliche Produkte der Waldecker Firma Wilke mit Listerien verkeimt sind. Mittlerweile hat das Robert-Koch-Institut drei Todesfälle bestätigt*.

Im Klinikum gab es keine Infektionen mit Listerien

Zusätzlich wurden in Verbindung mit den Mitarbeitern der Klinikhygiene alle in den Abteilungen befindlichen Vorräte entsorgt. Da es sich bei Listerien um eine meldepflichtige Erkrankung handelt, wurde zudem über die Labordiagnostik überprüft, ob es im vergangenen Jahr Infektionen mit Listerien gegeben hat. Das Prüfergebnis war negativ, in den vergangenen Monaten sind keine Infektionen mit Listerien im Klinikum aufgetreten, erklärt Werner Hampe. „Die Verfahrensregelungen für solche Fälle haben bei uns gegriffen.“

Das Kreiskrankenhaus in Rotenburg wird über einen Großhändler aus Eschwege versorgt, der über eine eigene Metzgerei verfügt. Deshalb wurden das KKH-Rotenburg nicht mit Wilke-Produkten beliefert, erklärt Geschäftsführer Andreas Maus auf Anfrage unserer Zeitung. 

Auch das Klinikum Fulda und weitere Einrichtungen der Region Fulda mit Wilke-Wurst beliefert

Auch das Klinikum Fulda und andere Einrichtungen in der Region Fulda wurden über den Großhandel mit Produkten der Firma Wilke beliefert. Darüber habe der Großhändler das Klinikum Fulda am 2. Oktober informiert, erklärt Klinikums-Vorstand Privatdozent Dr. Thomas Menzel: „Wir haben für diese Art von Fällen genaue Verfahrensanweisungen, sind also sofort ins Kühlhaus gegangen und haben die knapp 130 Kilogramm Wurst entsorgt“, schilderte Menzel.

Das letzte Mal, dass Patienten Produkte der Marke Wilke gegessen haben könnten, war am Vorabend des 2. Oktober in Form von Aufschnitt, der zum Abendbrot gereicht wurde. „Wir haben korrekt und umfassend reagiert“, zieht der Vorstandsvorsitzende Bilanz. Krankheitsfälle im Zusammenhang mit Listerien sind nicht bekannt. „Die Inkubationszeit beträgt in der Regel sechs Tage. Das heißt, wir sind fast raus aus dem Bereich, in dem sich eine Infektion entwickelt.“ 

Patienten der Risikogruppen bekommen spezielle Kost und waren nicht betroffen

Neben der Entsorgung wurde das Thema auch in Fulda frühzeitig unter den Mitarbeitern kommuniziert und die Ärzte zur erhöhten Wachsamkeit aufgerufen. „Im Klinikum gibt es verschiedene Risikogruppen. Darunter fallen zum Beispiel Patienten mit einem schlechten Abwehrsystem, weil sie eine Chemotherapie bekommen oder Schwangere, speziell mit Verdacht auf eine Frühgeburt. Diese Risikogruppen bekommen allerdings sowieso eine spezielle Kost und stehen intensiv unter ärztlicher Beobachtung“, erklärt Menzel. Und auch der finanzielle Schaden sei überschaubar. Dieser dürfte laut Menzel im niedrigen vierstelligen Bereich liegen.

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Quelle: Hersfelder Zeitung

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