Meilenstein für Stadtentwicklung

Lösung für Wever-Quartier in Bad Hersfeld: Kleiderwerke könnten auf Hohe Luft umziehen

Auf der Hohen Luft oberhalb der ehemaligen Kaserne und gegenüber vom Bauhof könnte die neue Halle der Hersfelder Kleiderwerke entstehen.  Zu sehen ist eine grüne Wiese, Zaunpfeiler sowie rechts die Gebäude des Bauhofs.
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Ein Ausweichgelände für die Hersfelder Kleiderwerke: Auf der Hohen Luft oberhalb der ehemaligen Kaserne und gegenüber vom Bauhof könnte die neue Halle entstehen. Die Stadtverordneten müssen dem zustimmen.  

Nach langen Verhandlungen könnten die Hersfelder Kleiderwerke nun auf die Hohe Luft umziehen. Das Wever-Areal ist für die künftige Stadtentwicklung von Bedeutung.

Bad Hersfeld – Die Stadtentwicklung in Bad Hersfeld auf dem sogenannten Wever-Areal am Bahnhof steht vor entscheidendem Meilenstein. Das jedenfalls teilt das Rathaus nach der Magistratssitzung am Montagabend mit. So ist es nach langen Verhandlungen und komplexen Gesprächen offenbar gelungen, ein Ausweichquartier für die Bad Hersfelder Kleiderwerke zu finden.

Diese könnten künftig auf der Hohen Luft gegenüber vom städtischen Bauhof eine Ausweichhalle beziehen. Die Stadt muss allerdings rund zwei Millionen Euro zusätzlich für den neuen Hallenstandort investieren. Etwa die Hälfte dieses Geldes soll durch den späteren Weiterverkauf von Teilflächen auf dem Wever-Areal erzielt werden, teilt die Stadt mit

Der Magistrat hat jedenfalls dem weiteren Fahrplan zur Entwicklung des Geländes in der Innenstadt zugestimmt. Ob das vereinbarte Verfahren so umgesetzt wird, entscheiden jetzt die städtischen Gremien, insbesondere die Stadtverordnetenversammlung am 11. November.

Um das Wever-Areal wird seit Langem gerungen. Die Stadt Bad Hersfeld ist bereits im Eigentum eines Grundstücks der Firma TROX X-Fans auf dem Wever-Gelände, die Verhandlungen mit dem Unternehmen Pronet über den Erwerb von dortigen Teilflächen stehen vor dem Vertragsabschluss. Auch die katholische Kirche unterstützt das Vorhaben.

Offen war bislang jedoch ein zentraler Punkt für die zukünftige Entwicklung des Geländes: Für den heutigen Firmensitz der Hersfelder Kleiderwerke (HKW) muss ein neuer Standort gefunden werden. Am letzten Donnerstag gab es dazu nun die entscheidende Verhandlungsrunde unter Leitung von Bürgermeister Thomas Fehling, die ein gutes Ergebnis brachte – ansonsten wäre das Hessentagsprojekt gescheitert, teilt das Rathaus mit.

Denn eine ursprünglich vorgesehene Halle in der Berliner Straße steht für den Umzug nicht mehr zum Verkauf (HZ berichtete mehrfach). Somit musste ein neuer geeigneter Standort gefunden und entwickelt werden. Bürgermeister Thomas Fehling dazu: „An diesem Thema ist in den letzten Monaten mit Hochdruck und mit großer Unterstützung anderer Behörden gearbeitet worden.“

Die jetzige Einigung erfordere von den Verhandlungspartnern wichtige Zugeständnisse. Die Kleiderwerke seien bereit, den Standort in der Innenstadt aufzugeben und an den Stadtrand zu gehen. Das Unternehmen gibt damit wertvolle Flächen frei, die in den nächsten Jahren, nicht nur im Falle des Bahn-Entscheids für eine ICE-Trasse durch den Bad Hersfelder Bahnhof, deutlich an städtebaulicher Attraktivität gewinnen werden.

Die Hersfelder Kleiderwerke befinden sich jetzt auf dem Wever-Gelände am Bahnhof.

Die Kleiderwerke organisierten den Umzug und investierten einen nennenswerten Betrag in Maschinen und Infrastruktur, um Betrieb und Arbeitsplätze am Standort Bad Hersfeld zu sichern, teilt das Rathaus mit. Somit dienten die vereinbarten Maßnahmen auch zur Bestandssicherung und möglichen Expansion der Unternehmen Hersfelder Kleiderwerke, Trox X-Fans und Pronet.

„Ich bin sehr erleichtert, dass wir nun alle notwendigen Einigungen hinbekommen haben. Es war eine Minute vor zwölf bei dem Projekt“, erklärt Bürgermeister Fehling und dankte allen Beteiligten für „ihre Geduld und ihr Entgegenkommen, damit die Vision des Wever-Quartiers mit dem angestrebten und vor allem bezahlbaren Wohnraum in der Innenstadt doch noch Realität werden kann.“

Das neue Quartier werde auch durch die geplante Erweiterung des Klinikums ein wichtiger Baustein in der Stadtentwicklung der nächsten Jahrzehnte sein. Fehling sagte, er hoffe, dass die Stadtverordneten das Lösungs-Szenario mittragen. (red/kai)

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