Zurück zur Normalität

Zwischen den Zeilen: „Lolls-Light“, Herzensprojekte und die Freiheit

Kai A. Struthoff
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Kai A. Struthoff

In der Kolumne Zwischen den Zeilen befasst sich Kai A. Struthoff in dieser Woche mit der Rückkehr zur Normalität.

Die Normalität kehrt Schritt für Schritt zurück: Die Bad Hersfelder Festspiele erlauben 300 Zuschauer mehr pro Aufführung. Eine gute Nachricht, nicht nur für Theaterfreunde, sondern natürlich auch für die Kasse, denn zusätzliche Karten sind auch zusätzliche Einnahmen.

Am Montag wird die Lullusfestkommission darüber entscheiden, ob auch unser Volksfest wieder stattfinden kann. Vielleicht läuft es auf einen Kompromiss, eine Art „Lolls-Light“ hinaus – also das Fierche, einige Buden und Fahrgeschäfte – alles unter strengen Hygienemaßnahmen. Das wäre doch wenigstens etwas fürs Herschfeller-Herz. Und auch über das beliebte Weinfest wird ernsthaft diskutiert. Es könnte Ende August im Stiftsbezirk an der Ruine stattfinden. Wenn, ja wenn ... Denn die Inzidenzwerte steigen leider wieder.

Vergangene Woche hat das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat die 28 ausgewählten Projekte der dritten Förderstaffel der „Modellprojekte Smart Cities“ bekannt gegeben. Insgesamt stehen dafür 300 Millionen Euro vom Bund zur Verfügung. Bad Hersfeld ist wieder nicht dabei. Unser SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Roth ist darüber sehr verwundert, gilt doch „Smart City“ als das erklärte Herzensprojekt von Bürgermeister Fehling. „Selbstverständlich hätte Herr Roth einen Antrag der Stadt Bad Hersfeld – sofern er denn gestellt worden wäre – in Berlin nach Kräften unterstützt“, heißt es dazu aus seinem Büro.

Dafür kam unsere Region dieser Tage in der Süddeutschen Zeitung groß raus. In der Kolumne von Autor Titus Arnu ging es um lustige Ortsnamen, und da hat der Kreis ja einiges zu bieten: „Der Stau in Friedlos ist nicht harmlos, aber zum Glück auch nicht endlos. Ein paar Kilometer weiter fährt man sprachlos durch Machtlos.“ Und so geht die muntere Fahrt über Eiterfeld weiter nach Aua. Dabei hätte der Kollege der SZ gar nicht so weit fahren müssen: In Bayern liegen „Pups“ bei Feldkirchen, „Schabernack“ in Unterfranken, „Katzenhirn“, ein Ortsteil von Mindelheim oder „Elend“ in Niederbayern vor der Haustür. Kann man übrigens nachlesen: Bei der Süddeutschen Zeitung online.

Die Bilder der verheerenden Flutkatastrophe wecken auch bei unseren Lesern viele Erinnerung. Selten hatten wir so viel Resonanz wie auf den Beitrag meines Kollegen Peter Gottbehüt, dass es uns ebenso hätte treffen können. Zeitzeugen haben ihre Eindrücke vom Dammbruch am Seepark in Kirchheim geschildert. HZ-Leser Hans-Georg Schade erinnert daran, dass beim großen Hochwasser 1956 die ganze Unterstadt überschwemmt war und auch die Hersfelder Zeitung betroffen war. Ganze Rollen mit Zeitungspapier mussten damals entsorgt werden.

Gott bewahre! Aber trotz aller Technik ist die Natur eben doch immer noch stärker.

Ab heute habe ich ein Stück Freiheit zurück: Vor 14 Tagen habe ich meine zweite Corona-Schutzimpfung erhalten, jetzt darf ich wieder ohne Einschränkungen unterwegs sein. Ich mag Spritzen nicht besonders, aber warum es so viele Menschen gibt, die sich nicht impfen lassen wollen, das verstehe ich nicht. Ich habe noch die Narben der Pockenschutzimpfung, die wir als Kinder alle bekommen haben. Und auch die Schluckimpfung gegen Kinderlähmung haben wir ohne große Diskussionen mitgemacht.

Seither ist unsere Medizin eher besser geworden. Warum also dieses Misstrauen? Liebe Leute, lasst Euch impfen! Millionen Menschen auf dieser Erde wären froh, wenn sie diese Chance hätten. (Kai A. Struthoff)

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