Dankeschön-Tag für Polizisten

Die Macht richtig einsetzen: Bad Hersfelder Polizist über seinen Beruf

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Ständig im Schichtdienst: Dienstgruppenleiter Ralf Lampersbach von der Polizei Bad Hersfeld.

Bad Hersfeld. Unsere Zeitung bedankt sich in dieser Woche bei der Polizei für ihren unermüdlichen Einsatz. Ralf Lampersbach arbeitet auf der Wache in Bad Hersfeld. Er hat viel erlebt.

Am Freitag, 21. April, rufen wir den Dankeschön-Tag für Polizisten aus. Schicken Sie uns ihre Danksagung an online@hna.de oder kommentieren Sie unter diesem Artikel. Die gesammelten Einsendungen übergeben wir am Freitag der Polizei.

Ja, eine gewisse Portion Angst begleite ihn schon bei den Einsätzen, sagt Ralf Lampersbach, Dienstgruppenleiter Dienstgruppe A, Polizei Bad Hersfeld. „Wichtig ist, dass wir Polizisten uns dieser Angst stellen. Durch Routine und Training können wir uns auf sie einlassen und mit ihr umgehen“, ergänzt der 51-Jährige.

Mit dieser Angst zumindest. Doch die Arbeit hat sich gewandelt: „Inzwischen ist die Angst, im Internet beleidigt und angegangen zu werden, größer, als die Angst, im Dienst verletzt zu werden.“ Ungerechtfertigte Anschuldigungen, wo sie alle Welt sehen kann, auch damit müsse ein Polizist inzwischen klarkommen. Eine gewisse Hilflosigkeit stelle sich da ein.

Auch in der Nacht 

Ralf Lampersbach wird es wissen. Seit 25 Jahren ist er bei der Hessischen Polizei, seit 17 Jahren ist er auf der Wache in Bad Hersfeld, seit elf Jahren Dienstgruppenführer. Ständig im Schichtdienst: An diesem Tag arbeitet er von 7 bis 13 Uhr, dann geht er nach Hause, nur um später noch mal von 19 bis 7 Uhr durch die Nacht zu arbeiten. „Das muss man wollen und mögen“, sagt er. Und er möchte das wirklich, das merkt man im Gespräch.

Der Dienst schweißt zusammen: Patrick Figge (links) und Dienstgruppenleiter Ralf Lampersbach von der Polizei Bad Hersfeld.

Als Quereinsteiger begann Ralf Lampersbach 1992 bei der Polizei. Die trüben Aussichten auf einen Meisterlehrgang in seinem Beruf als Tischler ließen ihn sich bei der Polizei bewerben. „Ich war sportlich fit, habe mich gut vorbereitet - und mit etwas Glück hat es dann geklappt“, sagt er.

Großstadt ist anders 

Städte hat der 51-Jährige während seiner Laufbahn viele gesehen. So war Lampersbach, bevor er nach Bad Hersfeld kam, unter anderem in Lich, Melsungen und Frankfurt. Die Unterschiede zur Großstadt Frankfurt seien schon auffällig. „Da, wo es mehr Menschen gibt, gibt es eben auch mehr Verbrechen,“ sagt Lampersbach. Die Hektik und die vielen Menschen hätten auch ihn während der Zeit auf dem 1. Revier in der Innenstadt verändert. „Da stellt man sich anders auf die Arbeit ein, ist angespannter, auch weil die Gewaltbereitschaft gegenüber Polizisten größer ist.“

Präventionsarbeit wichtig 

Am Tätigkeitsfeld der Schutzpolizei habe sich vor allem eines geändert: die Präventionsarbeit. „So etwas gab es zu meinen Anfangszeiten leider noch nicht. Das hat sich über die Jahre entwickelt.“ So gebe es beispielsweise das Anti-Gewalt-Training „Cool sein - cool bleiben“, das Polizisten im Kreis in den 8. Klassen machen. „So etwas bringt am meisten, wenn es ein Polizist macht,“ so Lampersbach.

Ein weiterer Punkt der Präventionarbeit sei der Umgang mit Ordnungswidrigkeiten. „Auch das sind Vergehen, die wir ahnden müssen.“ Allerdings komme es immer auch auf die Art und Weise an. „Wenn ich einem Mofafahrer, der ohne Helm fährt, gleich einen Strafzettel gebe, ärgert er sich wahrscheinlich über mich. Wenn ich aber präventiv auf die Gefahren hinweise, zieht er nächstes Mal vielleicht einen Helm auf.“ Diese Möglichkeiten schätzt er an der Arbeit. Man müsse sich aber immer vor Augen halten, was für eine Macht man als Polizist habe und diese richtig einsetzen.

Was der Polizist zum Thema "Die Polizei - dein Freund und Helfer" zu sagen hat, lesen Sie in der gedruckten Mittwochausgabe unserer Zeitung.

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