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Anke Hofmann kandidiert als parteilose Bewerberin für das Bad Hersfelder Bürgermeisteramt

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Aus Liebe zur Wahlheimat Bad Hersfeld: Anke Hofmann will Bürgermeisterin in der Kreisstadt werden. Weithin bekannt wurde sie vor allem durch ihre Arbeit als Chef-Organisatorin des Hessentags 2019.
Aus Liebe zur Wahlheimat Bad Hersfeld: Anke Hofmann will Bürgermeisterin in der Kreisstadt werden. Weithin bekannt wurde sie vor allem durch ihre Arbeit als Chef-Organisatorin des Hessentags 2019. © Hersfelder Zeitung

Der Hessentag war ihre Gesellenprüfung, die sie mit Bravour bestanden hat. Jetzt will Anke Hofmann Meisterin werden – Bürgermeisterin von Bad Hersfeld!

Bad Hersfeld - Die 54-jährige Anke Hofmann hat am Donnerstag offiziell ihre Kandidatur für die Wahl im September erklärt. Schon seit Monaten wurde darüber hinter vorgehaltener Hand in der Stadt spekuliert. „So eine Entscheidung muss reifen. Ich bin zwar sonst sehr spontan, doch die Kandidatur habe ich gut überlegt“, sagt Hofmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihre Motivation zur Kandidatur: „Ich liebe Bad Hersfeld und möchte meine Wahlheimat weiter voranbringen“. Tatsächlich war es wohl die herausfordernde, aber auch dankbare Aufgabe als Chef-Organisatorin des Hessentags 2019, die ihr gezeigt hat, was man wirklich bewegen kann, wenn alle gut zusammenarbeiten.

Schon damals hätten sie viele Bürger ermuntert, als Bürgermeisterin zu kandidieren. Hinzu kommt, dass sie bereits jetzt als Leiterin der Fachbereiche Finanzen und Immobilien in der Kreisstadt viel Verantwortung trägt. Den Haushalt der Stadt kennt sie so gut wie kaum jemand. „Die Finanzen sind der Kern der Vewaltung“, sagt sie.

Anke Hofmann findet, dass sich Bad Hersfeld unter Wert verkauft – das möchte sie ändern, wohlwissend, „dass man nicht alles sofort umkrempeln kann“. Hofmann bezeichnet sich selbst als kommunikativ und gut vernetzt.

„Man muss Probleme klar ansprechen. Das Schlimmste ist aber, gar nicht zu kommunizieren“, sagt sie. „Ich möchte auf jeden Fall eine präsente Bürgermeisterin sein“, fügt sie verschmitzt hinzu. Die Botschaft zwischen den Zeilen ist klar ...

Vier Kernthemen nennt Anke Hofmann für ihren Wahlkampf: Lebendigkeit, Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Wachstum. Was genau sie darunter versteht, will sie in den Monaten bis zur Wahl deutlich machen. Schon jetzt verrät sie aber: „Kultur, Tourismus, die Vereine, unsere Innenstadt, aber auch die Kirche machen unsere Stadt lebendig.“ Deshalb wolle sie diese Bereiche weiter stärken und ausbauen. Dazu gehöre für sie auch Bad Hersfeld als Gesundheitsstandort. „Wir wollen den Titel ‘Bad’ erhalten, und dafür müssen wir Qualität bieten.“ Deshalb will sie sich auch für eine weitere Teilselbstständigkeit der Orthopädie im Kurpark einsetzen. Außerdem will sie die heimische Wirtschaft stärken und setzt auch dabei auf Kommunikation. Als Bürgermeisterin würde sie unter anderem einen „Wirtschaftsstammtisch“ ins Leben rufen. Die Verwaltung versteht sie vor allem als Dienstleister der Bürger.

„Man kann es nicht allen Recht machen“ – das ist Anke Hofmann klar. Und sie weiß auch: „Das wird kein Spaziergang“. Dennoch glaubt sie daran, dass auch für die großen Baustellen der Stadt wie etwas das Festspielfunktionsgebäude, das Stadtarchiv oder die maroden Straßen Lösungen zu finden sind.

Dass sie als bislang einzige weibliche Bürgermeisterkandidatin Vorteile hat, glaubt Hofmann nicht. „Was ich bisher erreicht habe, habe ich durch Kompetenz geschafft und nicht, weil ich eine Frau bin“, sagt sie selbstbewusst.

Anke Hofmann ist davon überzeugt, dass ihre derzeitigen Kollegen sie auch als Chefin akzeptieren würden, zumal sie die meisten Themen kennt, ebenso wie die Stärken der jeweiligen Mitarbeiter. Deshalb könnte Anke Hofmann ohne lange Einarbeitungszeit sofort starten. Und lächelnd fügt sie hinzu: „Anders als meine Mitbewerber sitze ich ja schon im Rathaus.“

Zur Person

Anke Hofmann wurde 1967 in Eschwege geboren und ist in Herleshausen aufgewachsen. Bei der Oberfinanzdirektion in Frankfurt/Main hat sie ein duales Studium zur Diplom Finanzwirtin absolviert. Danach sammelte sie erste berufliche Erfahrungen im Rechenzentrum der Frankfurter Finanzverwaltung und später in Eschwege im Bereich Stadtplanung, wo sie für die Altstadtsanierung zuständig war. 1995 wechselte Hofman als Standesbeamtin nach Bad Hersfeld. Nach einer achtjährigen Erziehungszeit kehrte sie in die Kämmerei zurück und bekleidete dort unter anderem die Einführung der Doppik. Später wurde sie Leiterin des Fachbereichs Immobilien und übernahm dann zusätzlich die Organisation des Hessentags. Seit März 2020 leitet sie nun den Doppelbereich Finanzen und Immobilien mit 35 Mitarbeitern.

Anke Hofmann hat zwei erwachsene Töchter und lebt von ihrem Ehemann getrennt. In Ihrer Freizeit singt sie in der Kantorei, engagiert sich im Kirchenvorstand und bei SMOG und treibt viel Sport, unter anderem Joggen, Schwimmen und Skifahren. Sie lebt im Oberen Kurparkviertel in Bad Hersfeld. (Kai A. Struthoff)

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