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Männer nach Einbruch und Diebstahl in Rotenburg verurteilt

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Von: Anna-Laura Weyh

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Prozessakten im Gericht (Symbolbild)
Gericht (Symbolbild) © Swen Pförtner / dpa

Zwei junge Männer aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurden wegen Einbruchs und Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von von je einem Jahr und zwei Monaten verurteilt.

Rotenburg/Bad Hersfeld – Weil zwei Männer in die Wohnung eines Rotenburgers eingebrochen sind und dort eine Spielkonsole, einen Laptop und ein Smartphone gestohlen haben, sind beide jetzt zu einer Freiheitsstrafe von je einem Jahr und zwei Monaten verurteilt worden. Hintergrund für den Einbruch waren wohl Schulden, die durch den Handel mit Drogen entstanden waren.

Wie ein polizeiliches Telefonprotokoll ergab, wollten der 25-jährige und der 24-jährige Angeklagte, die beide aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg stammen, den Rotenburger im April 2021 in seiner Wohnung aufsuchen.

Sie wollten von ihm 800 Euro plus Zinsen verlangen, die er einem Freund schuldete. Sie sprachen außerdem davon, ihm das Smartphone wegzunehmen und Pfefferspray einzusetzen, falls der Rotenburger ihren Forderungen nicht nachkäme.

Der Geschädigte sagte nun als Zeuge vor Gericht aus und gab an, die beiden Angeklagten hätten ihn bereits zu einem früheren Zeitpunkt bedroht und Geld von ihm gefordert, obwohl er laut eigenen Angaben keine Schulden hatte. „Sie sagten, mir passiert sonst etwas.“

Aus diesem Grund habe er mehr als 1000 Euro an sie gezahlt. Ein Beamter der Kriminalpolizei sagte als Zeuge im Amtsgericht Bad Hersfeld: „Wir gehen davon aus, dass die beiden vorgeschickt wurden und die Drogenschulden einholen sollten.“

Der 24-Jährige, der mittlerweile mit seiner Partnerin und seinem Sohn in Hessisch-Lichtenau wohnt, leugnete dies jedoch und beteuerte, nichts von den telefonisch besprochenen Plänen in die Tat umgesetzt zu haben und auch nicht in die Wohnung des Rotenburgers eingebrochen zu sein.

„Wir standen damals unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln. Wir haben viel geredet, aber nie etwas getan“, sagt er. Der 25-jährige Angeklagte war aus der Justizvollzugsanstalt Kassel zum Gericht gebracht worden und sagte zur Tat nicht aus.

Die beiden Angeklagten und ihre Freunde waren zur Zeit des Wohnungseinbruchs von der Polizei wegen des Verdachts auf Drogenhandel observiert worden. Kamerabilder zeigen sie am Tag der Tat in der Rotenburger Innenstadt, nicht weit entfernt von der Wohnung des Geschädigten. Zwei andere Gruppenmitglieder belasteten die Angeklagten außerdem und sagten bei der Polizei aus, der Einbruch habe stattgefunden und auch die Angeklagten seien dabei gewesen.

Die Staatsanwaltschaft forderte für beiden bereits vorbestraften Angeklagten eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten wegen der Verbrechenverabredung zum Raub, wegen Wohnungseinbruchsdiebstahl sowie Sachbeschädigung.

Richterin Christina Dern und ihre beiden Schöffen sahen jedoch nur die letzten beiden Tatbestände als erfüllt an. „Wir wissen nicht, was Sie vielleicht vorhatten. Wir bestrafen das, was passiert ist“, sagt sie.

Die Strafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt. „Die Stabilisierung Ihrer Familienverhältnisse reicht nicht aus“, sagte Dern zu dem 24-Jährigen aus Hessisch-Lichtenau. „Wir glauben, Sie haben uns hier angelogen.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Gegen weitere Beteiligten des Einbruchs sowie den Rotenburger selbst laufen aktuell ebenfalls Gerichtsverfahren. (Anna Weyh)

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