Seit 25 Jahren Kreisbrandmeister

Martin Orf ist Feuerwehrmann durch und durch

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Hat sich dem Brandschutz verschrieben: Martin Orf ist seit 25 Jahren Kreisbrandmeister. Das auffällige Einsatzfahrzeug hat er nach einem schweren Unfall auf der Fahrt zu einem Einsatzort angeschafft – damals war er in seinem wesentlich weniger gut erkennbaren Privatauto unterwegs.

Martin Orf ist seit 25 Jahren Kreisbrandmeister und noch viel länger Feuerwehrmann durch und durch.

Bad Hersfeld – Die Farbe Blau dominiert Martin Orfs Leben – etwas anderes als Feuerwehrkleidung trägt der 53-Jährige nur selten. Denn dem Brandschutz widmet er sich sowohl ehren- als auch hauptamtlich.

Seit fast genau 25 Jahren ist der Bad Hersfelder einer von fünf Kreisbrandmeistern im Landkreis. Am 25. Januar 1995 wurde er auf Vorschlag des damaligen Kreisbrandinspektors vom Kreisausschuss ernannt und war mit Ende 20 der Jüngste im Bunde. Heute ist er der dienstälteste Kreisbrandmeister, kurz: KBM. Länger im Amt war bisher nur Hermann Funk aus Ronshausen. Bis vor wenigen Jahren galt dieses noch auf Lebenszeit, jetzt sind es fünf Jahre – was Orf auch durchaus richtig findet.

Zu seinem Zuständigkeitsbereich gehören Bad Hersfeld, Neuenstein und Kirchheim. Sein Fachgebiet war anfangs das Thema Gefahrgut, jetzt ist es der Atemschutz. Ein Kreisbrandmeister hat die Funktion eines Aufsichtsdienstes, er unterstützt und berät die Feuerwehr im Einsatz, könnte aber etwa auch die Einsatzleitung übernehmen. Mitunter wird Orfs Wissen auch von den Kommunen nachgefragt.

Geschätzte 2500 Einsätze habe er als KBM schon erlebt, sagt Orf, etwa 100 pro Jahr. Alarmiert werden die Kreisbrandmeister nur bei bestimmten Stichworten, abhängig von der Bedeutung eines Einsatzes. Bei kleineren technischen Hilfeleistungen oder einer brennenden Mülltonne sei die Anwesenheit des KBM nicht erforderlich, erklärt Orf, der in solchen Fällen dann aber häufig als aktiver Feuerwehrmann und Mitglied der Bad Hersfelder Kernstadtwehr ausrückt. Der Rollenwechsel ist für ihn kein Problem und werde auch von den Kameraden akzeptiert. „Ich übernehme jede Position, wichtig ist, dass den Menschen geholfen wird“, betont der 53-Jährige.

Kreisbrandmeister ist ein Ehrenamt, ebenso wie das Amt des stellvertretenden Kreisbrandinspektors, das Orf seit 2013 ebenfalls innehat. 2005 hat der gelernte Steuerfachangestellte sein Hobby aber auch zum Beruf gemacht. Er ist seitdem im Fachdienst Gefahrenabwehr beim Landkreis beschäftigt.

Angefangen hat alle 1979

Angefangen hat alles 1979, als Orf „mit stolzen zwölf Jahren“ in die Jugendfeuerwehr eintrat, mit 17 wechselte er in den aktiven Dienst. Über die Jahre war er in verschiedenen Führungspositionen tätig, von 2001 bis 2005 war er Stadtbrandinspektor. „Ich wollte Verantwortung übernehmen“, begründet Orf sein Engagement. Fast alle Daten hat Orf im Kopf, das sei wie mit dem Hochzeitstag. „Ich bin Feuerwehrmann durch und durch“, sagt er selbst lachend. Heute noch dankbar ist er seinem ersten Arbeitgeber, der ihm den Freiraum für das Hobby Feuerwehr gab. „Ohne ihn wäre ich heute nicht dort, wo ich bin.“

Gleiches gilt für die Familie. „Ohne deren Unterstützung und Verständnis geht es nicht“, weiß Orf. Dass Verabredungen wegen plötzlicher Alarmierungen platzen, ist keine Seltenheit. Die Einschulung seines ersten Kindes verpasste Orf, weil ganz in der Nähe seines Wohnhauses ein Baggerfahrer verunglückt war. Das Fahrzeug war umgekippt und der Mann von Erde begraben. „Wir haben ihn ausgebuddelt, er hat überlebt“, erzählt Orf, der sich gerne an alle Einsätze erinnert, bei denen Menschen gerettet werden. Besonders schlimm seien Unfälle oder Brände, bei denen Kinder zu den Opfern gehören, oder wenn bei der Betreuung klar sei, dass jemand nicht überleben werde. „Solche Bilder vergisst man nie.“ Weitermachen möchte er, solange er fit ist und akzeptiert wird, vermutlich aber nicht über die reguläre Altersgrenze von 60 Jahren hinaus.

Verändert habe sich in all der Zeit einiges. Erschrocken ist Orf über die Respektlosigkeit, mit der Einsatzkräfte heute konfrontiert seien. Schaulustige habe es hingegen immer schon gegeben.

Zur Person

Martin Orf (53 Jahre) ist in Bad Hersfeld aufgewachsen und lebt immer noch dort. Nach der 1983 begonnenen Ausbildung zum Steuerfachangestellten arbeitete er noch bis 2005 in diesem Beruf. Seit 1. Januar 2005 ist der 53-Jährige im Fachdienst Gefahrenabwehr beim Landkreis tätig. Orf ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er macht gerne Urlaub in Südfrankreich, und wenn neben seinem ehrenamtlichen Engagement bei der Feuerwehr noch Freizeit übrig bleibt, angelt er. 

Quelle: Hersfelder Zeitung

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