ZWISCHEN DEN ZEILEN

Masken, Ohrstöpsel und Ängste

Nadine Maaz
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Nadine Maaz

Seit einer Woche ist Bad Hersfeld nun – endlich – wieder Festspiel-Stadt.

Und zumindest denen, die sich auch sonst für das Freiluft-Theaterfestival interessieren und begeistern können, ist die Freude über das Theater-Erlebnis in der Stiftsruine deutlich anzumerken. Trotz Einlassbändchen, Abstand, Maske, Tests und sonstiger coronabedingter Einschränkungen. Das berichten so auch die Organisatoren. Nur vereinzelt gebe es Kritik und Unverständnis etwa über die Maskenpflicht am Platz. Doch bei allen „Vorschriften“ gelte nun mal: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Noch immer unsicher seien einige Gäste darüber hinaus, was zum Beispiel den vollständigen Impfschutz oder den Impfnachweis im Original betrifft. Auf der Internetseite der Festspiele wurden deshalb alle Informationen noch mal aktualisiert und präzisiert. Und ja, als Original gilt natürlich auch der digitale Nachweis mit offizieller App. Ein Foto des Impfpasses reicht hingegen nicht aus.

Kein Problem ist übrigens das Umschreiben der diesmal personalisierten Tickets. Das funktioniert gegen eine kleine Gebühr ganz einfach an der Abendkasse. Frühzeitiges Erscheinen wird allerdings empfohlen. Dass am Sonntag wegen Wartungsarbeiten mal für eine halbe Stunde der Onlineshop lahmgelegt war, ist eher eine Randnotiz und dürften nur wenige überhaupt bemerkt haben. Zum Einen sind ohnehin kaum noch Karten verfügbar, zum Anderen war das Problem schnell behoben, heißt es.

Eine interessante Idee ist mir diese Woche in einer Ankündigung für das erste Salz & Sound-Festival in Bad Hersfelds Partnerstadt Bad Salzungen aufgefallen: Für den Fall, dass es wegen der Lautstärke, die eine solche Veranstaltung mit sich bringt, Beschwerden von Bürgern geben sollte, hat ein Hörgeräte-Shop Ohrstöpsel gesponsert. Klingt erst mal witzig, ist aber vielleicht gar keine schlechte Idee, um zu sensibilisieren und Kritiker „mitzunehmen“, wie es so schön heißt. Das könnte doch auch eine Idee fürs Lullusfest, das Weinfest oder eben die Festspiele sein ...

Ein viel größerer Aufreger sind indes mutwillige Sachbeschädigungen, wie sie in letzter Zeit in Bad Hersfeld offenbar verstärkt aufgetreten sind. Neben kaputten Bänken und umgeknickten Schildern wurde unter anderem an der ohnehin schon umstrittenen Bike-Station im Schilde-Park eine Scheibe eingeworfen. Von der Idee, dass die Fahrrad-Garage für jeden rund um die Uhr frei zugänglich sein soll, will man deshalb nun abrücken und zum Beispiel ein Schloss mit Zugangscode installieren. Schade, dass so etwas sein muss. Und als wäre das nicht genug: An der Friedhofskapelle auf der Hohen Luft haben Vandalen die Toiletten beschmiert und beschädigt. Da kann man wirklich nur mit dem Kopf schütteln. Bei der Stadt vermutet man dahinter Corona-Frust oder – Langeweile, und hegt die Hoffnung, dass solche Schwachsinnstaten nun wieder weniger werden. Eine Erklärung mag das sein, eine Entschuldigung nicht.

Obwohl Bad Hersfeld nicht unbedingt für eine besonders wilde Kneipenszene bekannt ist, sorgt man sich beim Stadtmarketingverein um ein Lokal in der Nähe des Neumarkts. Die Gaststätte habe ein „marodierendes Klientel“ angezogen, das „Angst und Schrecken“ bei Einheimischen und bürgerlichen Gästen auslöse. Zudem habe sich dort ein Drogenumschlagplatz etabliert, warnt der Stadtmarketingverein in einem Schreiben an den Magistrat. Der nimmt das zur Kenntnis, ist aber formal nicht zuständig.

Die Polizei hat die Kneipe im Blick. Von einem „marodierenden Klientel“ könne aber nicht die Rede sein, heißt es auf Anfrage der HZ. Einzelne Vorfälle in dem Lokal seien aber durchaus dazu geeignet, das Sicherheitsgefühl zu beeinträchtigen. Der Bereich Johannestor, Neumarkt, Webergasse werde bereits daher insbesondere in den Abendstunden verstärkt durch uniformierte und zivile Polizeikräfte überwacht.

Gut zu wissen.

Von Nadine Maaz

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