Ferienstätte auf Fehmarn

Kreistag berät über Meeschendorf-Verkauf

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Hersfeld-Rotenburg. Die Entscheidung über einen Verkauf der kreiseigenen Ferienstätte in Meeschendorf auf Fehmarn steht heute auf der Tagesordnung des Kreistags.

„Das ist ein sehr emotionales Thema, denn fast jeder war selbst schon einmal dort und verbindet schöne Erinnerungen damit“, weiß Landrat Dr. Michael Koch – auch aus eigener Erfahrung.

Dennoch beläuft sich das Defizit der Einrichtung auf rund 650.000 Euro in den vergangenen zehn Jahren. Der Investitionsbedarf beträgt mindestens drei Millionen Euro. Um das Haus nach modernen Anforderungen an eine Freizeitstätte umzubauen, wären aber bis zu sechs Millionen Euro nötig, so der Landrat.

Die Auslastung der Ferienstätte liege bei nur 34 bis 39 Prozent im Jahr, das entspreche etwa 15.000 Übernachtungen, wobei nur ungefähr die Hälfte der Gäste aus dem Landkreis kommt. Die Verluste entstünden durch die Personalkosten für das Hausmeisterehepaar, das das ganze Jahr bezahlt wird, obwohl die Ferienstätte nur von Ostern bis Herbst geöffnet ist.

Nicht unter Marktwert

Angesichts dieser Zahlen plädiert Landrat Koch nach ausgiebiger Diskussion mit der Betriebskommission der Jugend- und Freizeiteinrichtungen für einen Verkauf, allerdings nicht unter dem noch gutachterlich zu ermittelnden Marktwert. Dieser könnte sich allerdings bald ändern, weil ab dem Jahr 2022 eine gesetzliche Veränderungssperre gilt. Danach dürfe nur noch in einem Abstand von 150 Metern zur Küste gebaut werden, was die Gestaltungsmöglichkeiten eines möglichen neuen Besitzers einschränken würde.

Laut Landrat Koch gibt es mehrere Interessenten für die Immobilie. „Ich halte es für sinnvoller, das Geld des Kreises für den Unterhalt der Jugend- und Freizeiteinrichtung in Rotenburg zu investieren“, sagt Koch. Er weiß aber auch, dass es bei Meeschendorf um eine Entscheidung von „Rationalität gegen Herzblut“ geht.

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