Erste Kreiskommunen haben neue Verträge unterzeichnet

Mehr Geld fürs Tierheim in Bad Hersfeld

Das Bild zeigt die Hündin Hope, sie ist eins von aktuell rund 130 Tieren, die im Tierheim für den Landkreis betreut werden.
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Neue Hoffnung für Hope und das Tierheim: Die Hündin ist eins von aktuell rund 130 Tieren, die im Tierheim für den Landkreis betreut werden.

Mit einem dramatischen Appell hatte der Bad Hersfelder Tierschutzverein kürzlich um mehr finanzielle Unterstützung für das Tierheim des Kreises geworben. Offenbar mit Erfolg.

Hauneck – Mit einem Weck- beziehungsweise Hilferuf hatte sich der Hersfelder Tierschutzverein als Betreiber des Tierheims für den Kreis Hersfeld-Rotenburg kürzlich an die Bürgermeister im Landkreis gewandt und eine Erhöhung der finanziellen Zuwendung von bisher 30 Cent pro Einwohner/Jahr auf einen Euro gefordert (wir berichteten ausführlich). Denn das Tierheim übernimmt mit der Aufnahme von Fundtieren auch eine Pflichtaufgabe der Städte und Gemeinden

Jetzt haben die ersten drei Kommunen neue Verträge unterzeichnet, darunter die Gemeinde Hauneck, deren Verwaltungschef Harald Preßmann als Sprecher der Bürgermeister im Landkreis in den vergangenen Wochen auch zwischen Verein und Kollegen vermittelt hatte. Weitere Kommunen haben vorbehaltlich der Haushaltsberatungen grundsätzliche Bereitschaft signalisiert.

„Wir haben uns von der Notwendigkeit überzeugt und können die Sorgen und Nöte des Tierheims nun besser verstehen“, berichtete Preßmann mit Blick auf die vom Vorstand präsentierten Zahlen sowie einen Vor-Ort-Besuch, an dem auch die Rathauschefs aus Kirchheim, Niederaula, Heringen, Philippsthal, Wildeck und Hohenroda teilgenommen hatten. Der Verein hatte die finanzielle Situation eigens von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betriebswirtschaftlich aufarbeiten lassen, um Klarheit und Transparenz zu schaffen. Man wolle in Zukunft besser und enger zusammenzuarbeiten, erklärten beide Seiten jetzt bei einem Pressegespräch. In diesem Sinne sollen die Kommunen künftig auch Mitglied im Verein sein.

Der neue Vertrag, den Hauneck mit dem Verein geschlossen hat, gilt ab 2022 und läuft zunächst bis 2026. Er ist vierteljährlich kündbar und sichert einen Euro pro Bürger zu. Zugrunde liegt jeweils die Einwohnerzahl am Stichtag 30. Juni des Vorjahres, gezahlt werden muss bis zum 31. Mai. Der Verein verpflichtet sich seinerseits, jährlich bis 31. Juli in der Bürgermeisterdienstversammlung zu berichten.

Dank neuer Verwaltungssoftware ist es laut des 2. Vorsitzenden Frank Krökel inzwischen auch möglich, genau aufzuschlüsseln, wie viele Tiere für welche Kommune wie lange beherbergt wurden. „Ohne neue Verträge hätten wir in drei Jahren zumachen müssen. Wir sind unglaublich erleichtert, in ruhigere Fahrwasser zu kommen“, so Krökel weiter. Neben dem Geld aus den Kommunen wird das Tierheim aktuell über Mitgliedsbeiträge, Sach- und Geldspenden sowie Einnahmen aus dem Katzen- und Hundehotel finanziert. Vom Kreis gibt es einen pauschalen Zuschuss in Höhe von 2500 Euro pro Jahr, doch auch das sei angesichts der vielfältigen Aufgaben, die der Verein etwa nach Beschlagnahmungen von Tieren übernehme, eigentlich zu wenig.

Ins Geld gehen nicht nur die Unterbringung und Pflege der Tiere, sondern auch Tierarztbesuche und Fahrtkosten. Zudem müsse qualifiziertes Personal ordentlich bezahlt werden, betonen die Vereinsvorsitzenden. Acht Mitarbeiter beschäftigt man derzeit, 2022 soll, wenn möglich, eine halbe Stelle dazukommen. Darüber hinaus müssten allein im nächsten Jahr rund 390 000 Euro investiert werden, um EU-Auflagen erfüllen zu können. Der Investitionsstau sei enorm. (Nadine Meier-Maaz)

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