Gute Seelen geehrt

Merci-Preis für Frauen abgesagt: An seine Stelle tritt der Ehrenamtstag

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Ehrenamtspreis Merci: Im Jahr 2009 bekam Erika Meier-Böke den Preis fürs Lebenswerk von den damaligen Schirmherrinnen des Merci-Preises Christa Bittner (rechts) und Marita Natt überreicht.

Hersfeld-Rotenburg. Nach 18 Jahren ist Schluss: Der Merci-Preis, einst ins Leben gerufen, um engagierte Frauen zu ehren, wird nicht mehr verliehen.

Der Merci-Preis wurde auf Wunsch von Landrat Dr. Michael Koch 2016 auch für Männer geöffnet. In diesem Jahr hat Koch einen eigenen Ehrenamtspreis ins Leben gerufen. Eine Absprache mit der Merci-Jury habe es im Vorfeld nicht gegeben, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz auf Anfrage. Da auch die Zahl der Anmeldungen für Merci weiter zurückgegangen war, wurde der Merci-Preis nun abgesagt. Es soll aber, so Künholz, darüber nachgedacht werden, ob und wie der Preis weitergeführt werden kann.

Preis würdigte ehrenamtlichen Einsatz von Frauen

Eine Anerkennung und Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit von Frauen – das war die Intention von Maria Wieczorek und der damaligen Frauenbeauftragten Andrea Fink-Jacob, als sie vor 18 Jahren den Merci-Preis ins Leben riefen. Im Blick hatten die beiden dabei nicht in erster Linie diejenigen, die in den Vorständen von Vereinen aktiv sind, sondern vielmehr die, die oft im Hintergrund für ihre Mitmenschen im Einsatz sind.

Eine Besonderheit des Merci-Preises war, dass auch jüngere Frauen berücksichtigt wurden. Die Preisträgerinnen wurden von einer Frauenjury ausgewählt. Bis 2012 wurde der Merci-Preis jährlich verliehen. Hunderte von Frauen wurden in dieser Zeit ausgezeichnet. Dann entschloss sich die Jury, ihn nur noch alle zwei Jahre zu vergeben. Grund dafür war die nachlassende Zahl von Anmeldungen.

Die Geehrten investierten Zeit und Energie in die Gemeinschaft

Sie sind oft die guten Seelen eines Vereins, einer Kirchengemeinde oder eines Dorfes – die Frauen, die in den vergangenen Jahren bei insgesamt 15 Merci-Preisverleihungen geehrt wurden. Sie kümmern sich um alle, die Unterstützung benötigen, sie helfen mit, wo immer Hilfe gebraucht wird, sie investieren viel Zeit und Energie für die Gemeinschaft. Weil dieses Engagement oft nicht in Vereinsämtern stattfindet, gibt es dafür auch selten öffentliche Anerkennung, wie zum Beispiel den Ehrenbrief des Landes Hessen.

Engagierte Frauen zu würden, ihnen eine kleine Anerkennung zu überreichen und zwar im Rahmen einer ansprechenden Feier, das war der Gedanke, der 2001 dazu führte, dass der Merci-Preis ins Leben gerufen wurde. Initiatorinnen waren Maria Wieczorek und die damalige Frauenbeauftragte Andrea Fink-Jacob, Schirmfrauen die jeweilige Kreisbeigeordnete und die Pröpstin.

Junge Frauen im Fokus

Wichtig war es den Initiatorinnen zudem, auch junge, engagierte Frauen auszuzeichnen, die natürlich schon aufgrund ihres Alters nicht auf viele Jahre Ehrenamt zurückblicken können. Diese jungen Frauen haben zum Beispiel an den Schulen als Streitschlichter oder in sogenannten Peer-Groups mitgewirkt, Kindergruppen betreut, Kindergottesdienst gehalten, Migrantenkindern geholfen oder aber auch einsame Senioren in Heimen besucht. Ausgezeichnet wurden nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Gruppen, die sich gemeinsam engagieren und da durften durchaus auch Männer dabei sein.

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