Bad Hersfeld

Mutter schickt Tochter trotz positivem Corona-Test auf Schulausflug – jetzt steht sie vor Gericht

Amtsgericht Bad Hersfeld
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Das Amtsgericht in Bad Hersfeld.

Eine Mutter lässt ihre Tochter zu einem Schulausflug fahren – trotz positivem Corona-Test. Dafür muss sie sich vor Gericht verantworten.

Bad Hersfeld – Eine 37 Jahre alte Frau aus der Gemeinde Hauneck ist am Montag (01.11.2021) am Amtsgericht in Bad Hersfeld von Richter Michael Roth zu einem Bußgeld in Höhe von 300 Euro verurteilt worden. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Hauneckerin hatte im Juli dieses Jahres ihre Tochter mit auf einen Schulausflug fahren lassen, obwohl sowohl bei dem Kind als auch bei ihr selbst der Verdacht auf eine Corona-Ansteckung bestand. Zwar sei ein Schnelltest bei ihrer Tochter negativ gewesen, ihr eigener Test sei jedoch nicht ganz aussagekräftig gewesen, woraufhin sich die ganze Familie zum Hausarzt begeben hätte.

Dort wurde bei insgesamt vier Personen ein PCR-Test gemacht. Das Ergebnis lag erst vor, als sich das Mädchen bereits auf dem Klassenausflug befand. Für Oberamtsanwältin Kerstin Diegelmann ist dies ein völlig verantwortungsloses Verhalten gewesen. In dem Wissen, coronapositiv sein zu können, hätte sie ihre Tochter nie mit auf diese Ausflugsfahrt schicken dürfen. Denn als nach zwei Tagen die PCR-Ergebnisse vorlagen, waren sowohl die Beklagte als auch ihre acht Jahre alte Tochter coronapositiv.

Corona-Verordnung gibt klare Regeln vor

Personen, bei denen eine Corona-Infektion auf Grundlage eines Tests mittels „Nukleinsäure“ nachgewiesen ist, sind verpflichtet, sich unverzüglich nach Erhalt dieses Testergebnisses auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit oder in eine andere eine Absonderung ermöglichende Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von vierzehn Tagen nach Vornahme des zugrundeliegenden Testes ständig dort abzusondern.

Kind mit Corona-Infektion auf Schulausflug: Drei Klassen müssen in Quarantäne

Groß war dann die Aufregung bei all den an der Fahrt beteiligten Kindern und deren Familien. Insgesamt drei Klassen der Haunecker Astrid-Lindgren-Grundschule und die an der Fahrt beteiligten Lehrkräfte mussten für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Das war für einige Familien besonders schmerzhaft, da bei vielen die Sommerurlaubspläne somit über den Haufen geworfen wurden.

Vor Gericht zeigte sich die Beschuldigte einsichtig und reuig. Aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse wurde das vorgesehene Bußgeld in Höhe von 500 Euro auf 300 reduziert. Die Strafe darf sie in sechs Monatsraten à 50 Euro begleichen.

Immer wieder Verstöße gegen Corona-Verordnung

Das Verfahren ins Rollen gebracht hatte das Kreisgesundheitsamt. Die Anzeige beim Amtsgericht wurde durch den Kreisausschuss gestellt. Als Grundlage diente Paragraf 28 der Corona-Schutzverordnung.

In der jüngeren Vergangenheit habe es am Amtsgericht bereits einige Verfahren wegen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung gegeben. In naher Zukunft stehe ein weiteres Verfahren gegen 15 Personen an, die sich trotz Corona-Kontaktverbots – und ohne Mund-Nasenbedeckungen – auf dem Linggplatz in Bad Hersfeld zu einem gemeinsamen Frühstück getroffen hatten, erwähnte Richter Roth. (Mario Reymond)

Vor wenigen Monaten ist eine Corona-Party im Kreis Hersfeld-Rotenburg aufgeflogen. Alle Feiernden müssen ein Bußgeld zahlen.

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