Kinos öffnen wieder

Mit Otto und Peter Hase aus dem Lockdown - Kinos in Bad Hersfeld und Bebra starten am 1. Juli

Popcorn, Nachos und Getränke stehen bereit: Morgen, am 1. Juli, öffnet auch das Kino in Bad Hersfeld wieder. Auf den Start freuen sich (von links) die Mitarbeiter Konrad Waldenburger und Philipp Gornig sowie Geschäftsführer Matthias Hansske. Aktuell laufen die Vorbereitungen für den Neustart.
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Popcorn, Nachos und Getränke stehen bereit: Morgen, am 1. Juli, öffnet auch das Kino in Bad Hersfeld wieder. Auf den Start freuen sich (von links) die Mitarbeiter Konrad Waldenburger und Philipp Gornig sowie Geschäftsführer Matthias Hansske. Aktuell laufen die Vorbereitungen für den Neustart.

Noch steht die Popcornmaschine still, doch ab Donnerstag soll sich das ändern. Am 1. Juli dürfen auch die Kinos in Bad Hersfeld und Bebra nach rund acht Monaten wieder öffnen.

Bad Hersfeld/Bebra - Wie lange genau das Kino in Bad Hersfeld wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben musste, muss Konrad Waldenburger erstmal im Computersystem nachschauen. Eines aber kommt bei ihm wie aus der Pistole geschossen: „Viel zu lange!“, sagt der Assistent der Theaterleitung und lacht. Er ist froh, dass es am 1. Juli nun endlich wieder losgehen kann – mit Einschränkungen zwar, aber immerhin. „Wir gehören zu den Ersten, die schließen mussten, und den Letzten, wieder aufmachen dürfen“, so Waldenburger.

Schon im vergangenen Sommer hatte das Cineplex-Kino mit Hygienekonzept wieder öffnen können, jetzt kommt noch die Kontrolle der „3 G“ (getestet, geimpft, genesen) hinzu. Außerdem müssen sich die Besucher registrieren. Das soll bei der Onlinebuchung von Tickets, per Luca-App oder auf Papierzetteln möglich sein.

Die beste Kinozeit ist der Sommer ohnehin nicht, so viel ist klar. Zudem würde die in Hessen bestehende Testpflicht sicher noch einige vom Kinobesuch abhalten, gerade am Wochenende, fürchtet Geschäftsführer Matthias Hansske. Schon letztes Jahr konnten die Säle nur zu etwa einem Viertel besetzt werden. Im großen Saal saßen somit maximal 50 Filmfans statt 213. In den kleinen Sälen dürften sich die Gäste fast allein wie im heimischen Wohnzimmer gefühlt haben. „Für die Besucher war das schön“, sagt Waldenburger, finanziell habe sich die Öffnung so aber natürlich nicht gelohnt. Doch Hansske will sich nicht beklagen. Im Gegenteil, er ist dankbar für die staatliche Förderung im Lockdown. Und auch solange eine Komplettauslastung noch nicht möglich sei, gebe es weitere Unterstützung.

Die fünf festen Mitarbeiter des Kinos waren bis vor wenigen Tagen in Kurzarbeit. Von den rund 25 Minijobbern – meist Schüler und Studenten – seien zum Glück nur vier während des Lockdowns abgesprungen, sodass zum Neustart wenigstens kein Personalmangel herrsche.

Aktuell laufen die Vorbereitungen und die Programmplanung. Außerdem wurde der Getränkeautomat wieder in Gang gesetzt und frischer Mais fürs Popcorn gekauft. Während der Zwangspause mussten laut Waldenburger leider einige Lebensmittel entsorgt werden. Ein Teil habe aber auch der Tafel gespendet werden können.

Zu sehen gibt es in den nächsten Wochen den Familienfilm Peter Hase 2, den Otto-Waalkes-Film Catweazle und den Horrorfilm A Quiet Place, auch den Überraschungsfilm (Sneak Preview) soll es wieder geben. Nur das Sonderprogramm wird wohl noch etwas warten müssen. Die ersten beiden Montage und Dienstage ist Ruhetag, ab 15. Juli, soll dann aber wieder durchgehend geöffnet sein.

Im Bebraer Biber-Kino laufen die Vorbereitungen für den Neustart ebenfalls auf Hochtouren, auch dort öffnen die Türen pünktlich zum 1. Juli wieder. (Nadine Maaz)

In Bebra geht‘s mit Peter Hase los

14 Monate lang war das Biberkino geschlossen. Kinobetreiber Mirko Rehs und seine Ehefrau Sandra sowie sein Vater Werner Rehs freuen sich über die Öffnung. Aber „ob die Leute in Scharen kommen, weiß ich nicht“, sagt der Kinobetreiber. In den Sommermonaten seien die Kinos aufgrund der heißen Temperaturen ohnehin weniger stark besucht. Auch die Fußball-Europameisterschaft sei ein weiterer Grund, dass zur Wiedereröffnung des Biberkinos weniger Menschen zum Filme schauen kommen könnten.

Freuen sich, dass es wieder losgeht: Werner und Sandra Rehs vom Biberkino in Bebra.

Genug zu tun gebe es aber trotzdem: Die neuen Mitarbeiter müssen angelernt werden. „Wegen der Schließung hatten wir vorher keine Möglichkeit dazu“, sagt Mirko Rehs. Denn wenn die „großen Filme“ bald auf den Leinwänden gezeigt werden, müsse jeder Mitarbeiter im Biberkino gut eingearbeitet sein.

Während des Lockdowns war man aber nicht untätig. Denn im großen Saal werden die Filme jetzt mit einem 4K-Laserprojektor auf die Leinwand übertragen. „Mit 11 000 Lumen Leistung ist das Bild um einiges heller als bei 3D-Filmen“, sagt Mirko Rehs. Somit dürfen Gäste eine gute Lichtauslastung und ein schärferes Bild erwarten.

Zum Start zeigt das Biberkino „Catweazle“ mit Otto Waalkes, den Action-Streifen „Godzilla vs. Kong“ und die Horrorkomödie „Freaky“. Kinder können sich auf „Peter Hase 2 – Ein Hase macht sich vom Acker“ freuen.

Wer sich die Filme im Biberkino anschauen will, muss entweder bereits Corona-durchgeimpft oder genesen sein. Das kann an der Kinokasse mit dem Impfausweis oder der entsprechenden Bescheinigung nachgewiesen werden. Kinobesucher mit einem negativen Corona-Test können das Kino ebenfalls besuchen. Der Test darf allerdings nicht älter als 24 Stunden sein und ist auch für Kinder ab sechs Jahren erforderlich. Kinogäste müssen sich außerdem beim Eingang mit der Luca-App registrieren. Mund-Nasen-Masken müssen nur im Eingang und auf den Toiletten getragen werden. Für den nötigen Abstand ist ebenfalls gesorgt, denn jede zweite Reihe in den Kinosäalen bleibt unbesetzt. Auch Popcorn und Getränke werden im Biberkino wieder angeboten.

Mirko Rehs hofft darauf, dass jetzt wieder mehr Filme in den Kinos anlaufen. Aufgrund der Schließung „schiebt die Filmindustrie große Filme vor sich her oder verkauft sie an Streaming-Anbieter“, sagt der Kinobetreiber. Das führe dazu, dass einige Filme im Kino nicht mehr gezeigt würden, wenn sie gleichzeitig im Internet verfügbar seien.

Zudem sei die Testpflicht für Kinder ab sechs Jahren ein Problem. „Wo sollen sich die Leute testen lassen, wenn sie sonntags ins Kino wollen?“, fragt sich Rehs. Besonders für Kinder, die ihren Geburtstag im Kino feiern wollen, sei das schwierig.

Info: Das aktuelle Programm des Biberkinos gibt es unter biber-kino.de. (Natascha Terjung)

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