Als Ersatz für das abgesagte Lullusfest

Mit Riesenrad und Fierche: Bad Hersfeld stellt Pläne für „Anderen Oktober“ vor

Lullusfest 2018, Eröffnung, Fierche, Kastanien
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Das Fierche in der Feuergrube ist traditionell das Symbol des Lullusfests.

Riesenrad, Fierche und einzelne Buden sollen im „Anderen Oktober“ das Bad Hersfelder Lullusfest ersetzen. Die Pläne stellte die Stadt heute vor.

Bad Hersfeld – Obwohl das traditionelle Lullusfest in diesem Jahr coronabedingt erneut abgesagt wurde, soll doch am gewohnten Ort ein „Fierche“ brennen, und auf dem Bad Hersfelder Marktplatz wird sich ein Riesenrad drehen. Zudem werden weitere Schaustellerbuden in der Innenstadt verteilt sein. Ein Mittelaltermarkt am 9. und 10. Oktober, ein „Schattenwald“ mit dem Theater Anu am 15. und 16. Oktober auf dem Katharinenweg, sowie ein Straßenfestival mit verkaufsoffenem Sonntag am 17. Oktober sollen den „Anderen Oktober“ abrunden.

Die Pläne dafür stellten am Mittwochmorgen Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling sowie Matthias Glotz und Helge Assi vom Stadtmarketing vor. Die Pläne für das Alternativprogramm waren am Montagabend einstimmig vom Magistrat gebilligt worden, sagte Fehling. „Es war uns eine Herzensangelegenheit, dass in diesem Jahr wieder ein Feuer brennt, das wir bewusst ‘Fierche’ und nicht Lullusfeuer nennen“, erklärte Glotz. Es soll von Montag bis Mittwoch (11. bis 13. Oktober) brennen. Der Zugang zur Feuergrube soll allerdings auf 50 bis 60 Personen gleichzeitig begrenzt und streng kontrolliert werden. Es gelten die üblichen 3G-Regeln.

Das 38 Meter hohe „Ceasars-Wheel“-Riesenrad mit offenen Gondeln wird vor der Stadtbücherei stehen. Darüber hinaus sollen vom 9. bis 24. Oktober Mandel- und Waffelbuden, aber auch ein Kinderkarussell und Büchsenwerfen über die Innenstadt verteilt geöffnet werden. „Das sind alles alte Schaustellerbetriebe, die von sich aus Anträge gestellt haben“, berichtet Assi.

Bei dem Mittelaltermarkt im Stiftsbezirk am 9. und 10. Oktober sollen die Besuchen in die Lebensgewohnheiten und den Alltag des Mittelalters eintauchen. An 30 Ständen, darunter Korbflechter, Schmiede und  Lehmbauer, wird altes Handwerk präsentiert. Weiterhin wird es auch ein Kultur- und Kinderprogramm mit Gauklern, Armbrust-schießen und Musik geben. Nicht nur das Warenangebot, von Silberschmuck, Met über Liköre und Lederwaren, sondern auch die Erlebniswelt ist hier absolut vielfältig, verspricht die Stadt.

Eine ganz neue Attraktion ist der sogenannten „Schattenwald“, den das Theater Anu, das vom „anderen Sommer“ bekannt ist, am 15. und 16. Oktober  auf dem „Katharinenweg“ präsentiert. Die Besucher werden am Abend zu verschiedenen Stationen geleitet, wo sie unter anderem eine Art Kaleidoskop vieler Grimm`schen Märchenmotive erwartet und sie an den Ursprung der Märchen zurückgeführt werden. Sechs Rabenwesen, inspiriert von den „Sieben Raben“, erwarten sie an Lichttoren, die den Wald in „Kammern“ einteilen. Hier gibt es vielfältige und überraschende Licht- und Klanginstallationen zu erleben, teilt das Stadtmarketing dazu mit.

Am 17. Oktober soll es ein kunterbuntes Spektakel mit einem „Boardwalk-Straßenfestival“ und den beliebten „Walk Acts“ geben, das am Nachmittag in der Innenstadt als Varietéshow gezeigt wird. Neben Witz und Narretei wird den Besuchern Akrobatik und Tanz geboten. Von Seiten des städtischen Stadtmarketings ist in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketingverein Bad Hersfeld e.V. ein verkaufsoffener Sonntag für den 17. Oktober eingeplant.

Die Stadt baut bei allen Plänen für den „Anderen Oktober“ auf die positiven Erfahrungen des Weinfests. Bürgermeister Fehling appelliert an die Besucher, sich „diszipliniert und verantwortungsbewusst“ zu verhalten. Beim Weinfest habe das gut funktioniert, sodass man nun zuversichtlich sei und auf die Vernunft der Bürger vertraue. „Ich werde aber keine Sekunde zögern und den Hebel umlegen und alle Attraktionen beenden, wenn Leute über die Stränge schlagen“, stellt Fehling klar. Kontrolliert wird das durch private Security-Leute. Ein generelles Alkoholverbot in der Stadt sei diskutiert worden, werde es aber nicht geben.

„Wir wollen, dass die Menschen nach den schweren Corona-Monaten wieder ein Lächeln im Gesicht haben“, sagt Glotz. (Kai A. Struthoff)

Eröffnungszeremonie  bleibt noch ungewiss

Die Stadt will bewusst alle Ähnlichkeiten zum Lullusfest vermeiden. Deshalb wird es auch keinen Fackelzug am Sonntag oder eine Rede in der Stiftsruine geben. Ob und wann genau das Feuer offiziell angezündet wird, ließ Bürgermeister Fehling bewusst offen. „Wir wollen jede Form von Menschenansammlungen vermeiden“, machte er klar. Auch ob der Bürgermeister wie sonst eine Rede zur Entzündung des Fierche halten wird, ließ Fehling noch offen. 

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