Schauspielerin besucht Geistalschule

„Momo“-Star Radost Bokel zu Gast in Bad Hersfeld

Das Bild zeigt Radost Bokel (vorn) die „Momo“ im Film gespielt hat, und Henry Dahlke bei einer Lesung in der Bad Hersfelder Geistalschule.
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Radost Bokel, die „Momo“ im Film gespielt hat, und Henry Dahlke kamen zu einer Lesung an die Geistalschule.

Radost Bokel hat „Momo“ in dem bekannten Film aus dem Jahr 1986 gespielt. Jetzt war die Schauspielerin zu Gast in der Geistalschule und traf dort auf echte Momo-Experten .

Bad Hersfeld – Wenn es um das Thema „Momo“ geht, dann macht den Mädchen und Jungen aus den Klassen fünf und sechs der Gesamtschule Geistal so schnell niemand etwas vor. Sie haben das Buch gelesen und im Unterricht besprochen, sie haben den Film gesehen, und sie planen einen Besuch im Familienstück der Bad Hersfelder Festspiele. Jetzt lernten sie auch noch Radost Bokel persönlich kennen, die Schauspielerin, die Momo im Film gespielt hat.

Dass sie es mit Momo--Kennern zu tun haben, das merkten Radost Bokel und ihr Kollege Henry Dahlke, die gemeinsam ein unterhaltsames Programm aus Lesungen, Bildern und Hintergrundinformationen zusammengestellt hatten, schnell. Alle Hände flogen hoch, als Bokel fragte, wer denn nun das Buch gelesen und den Film gesehen habe.

Und auch bei der anschließenden Fragerunde zeigten sich die Kinder informiert und gut vorbereitet. Am meisten interessierten sie sich für technische Fragen. Wie denn wohl die grauen Herren im Film unsichtbar gemacht würden – da werde Schritt für Schritt die Farbe rausgenommen, erklärte Dahlke – oder wie Momo fliegen könne. Da habe sie auf einem Holzgestell gelegen, erläuterte Radost Bokel. Sie sei von unten gefilmt worden und eine Windmaschine habe ihre Haare und Kleidung angepustet.

Überhaupt die Haare: Die Film-Momo ist überall präsent mit ihrem dunklen Lockenkopf, Radost Bokel hat dagegen glatte Haare. Die seien auch als Kind schon glatt gewesen, sagt sie. Sie habe für die Dreharbeiten eine Perücke getragen, die jeden Tag mit großem Aufwand angepasst worden sei. „Nervig“ fand die damals Neunjährige das.

Sie hat übrigens schon in der Grundschule gerne Theater gespielt. Als ihre Mutter in einer Zeitung entdeckte, dass ein Kind mit großen Kulleraugen für die Verfilmung von Michael Endes Roman „Momo“ gesucht werde, schickte sie ein Foto ihrer Tochter, die daraufhin prompt zum Casting eingeladen und auch genommen wurde.

Verantwortlich dafür sei die große Schauspielerin Rosemarie Fendel gewesen, die sich dann auch während der Dreharbeiten in Rom intensiv um sie kümmerte und ihr viele Tipps gab. Radost Bokel erinnert sich, dass sie schon beim Vorsprechen Probleme damit hatte, Angst zu spielen. Das sei dann auch bei den Dreharbeiten so gewesen. Sie habe einfach immer lachen müssen.

Bei einem Ausflug zum Strand bekamen sie und Fendel eines Tages Ärger mit einem Fischer, weil sie am Strand liegende Fische wieder ins Wasser warfen – den Tagesfang des Mannes, der dann wütend hinter ihnen herlief. Dieses Gefühl der Angst, so riet ihr Rosemarie Fendel, solle sie sich einfach bei den Dreharbeiten ins Gedächtnis rufen. Das funktionierte.

Mit ihrem Leseprogramm ausgewählter Kapitel fassten Bokel und Dahlke die wesentlichen Aspekte des Romans spannend und teilweise in Dialogen zusammen. Sie wollten ihrerseits von den Kindern wissen, was denn für sie die wichtigste Botschaft von Momo sei und wer ihre Zeiträuber seien. Man müsse die Zeit für sich sinnvoll nutzen, erklärte eine Schülerin. Eine andere fand, man könne viel Zeit sparen, wenn man keine Hausaufgaben machen müsse und erhielt dafür lebhaften Beifall. Und ein Junge ist sich sehr bewusst, dass Videospiele sehr viel Zeit verbrauchen, die auch sinnvoller genutzt werden könne.

„Es ist wichtig, sein eigenes Leben zu leben, anstatt es gelebt zu bekommen“ – diese Botschaft gaben Bokel und Dahlke den Kindern mit auf den Weg. (Christine Zacharias)

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