Gerichtsverhandlung

Nach Diebstählen in Bad Hersfeld: Zwei Jahre Freiheitsstrafe für Süchtigen

Wegen mehrerer Diebstähle musste sich jetzt ein bereits einschlägig vorbestrafter Drogenabhängiger vor dem Schöffengericht in Bad Hersfeld verantworten.

Auch ein Einbruch beziehungsweise Einbruchversuch wurde ihm zur Last gelegt, der später aber als Sachbeschädigung bewertet wurde.

Bei der Zeugen-Belehrung war es im Saal ziemlich voll: Denn zehn Personen waren geladen, um die Taten zu bestätigen, an die sich der im Wesentlichen geständige Angeklagte nur teilweise erinnern konnte. Der 34-Jährige, der zuletzt in Bebra gelebt, sich aber auch schon in der Bad Hersfelder Obdachlosenunterkunft aufgehalten hat, hat bereits im Gefängnis gesessen und mehr als einen gescheiterten Entziehungsversuch hinter sich. Neben Diebstahl finden sich in seinem Vorstrafenregister Einträge wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, Erschleichen von Leistungen, Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung. Demnächst steht er auch in Fulda noch vor Gericht.

Zurzeit befindet sich der unter Führungsaufsicht stehende Mann in einer offenen Therapieeinrichtung in Nordrhein-Westfalen. Eigenen Angaben zufolge konsumiert er seit dem 18. Lebensjahr harte Drogen. Und unter Drogeneinfluss habe er eben auch immer wieder Straftaten begangen, die er im Nachhinein gestanden und auch nicht beschönigt habe, berichtete sein Bewährungshelfer. „Er hat sich vieles verbaut.“ Dass er nun aber an einem Wendepunkt stehe, nehme er ihm ab, sagte er auch mit Blick auf die aktuell gute körperliche Verfassung des Angeklagten.

Die Taten, um die es nun ging und bei denen er auf die Betroffenen und die Polizei mitunter einen verwirrten Eindruck machte, ereigneten sich im Frühjahr und Sommer 2018. Unter anderem stahl der Angeklagte in Bad Hersfeld ein Handy aus einer Vitrine sowie Wodka und Schokolade in einem Supermarkt, in dem er bereits einschlägig bekannt war. Vom Kaufhausdetektiv eines Modehauses vereitelt wurde der Diebstahl von drei Jeans. Ein gestohlenes Rad hatte er dabei, als die Polizei ihn nach Pöbeleien in einer Apotheke festnahm. Drei Telefonkarten und ein Feuerzeug eignete er sich in Bebraer Geschäften an. In der Biberstadt wurde der Mann außerdem dabei erwischt, wie er versuchte, in eine Wohnung einzudringen.

Verurteilt wurde er schließlich zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Der Angeklagte habe zwar keinen schlechten Eindruck hinterlassen, erklärte Richterin Silvia Reidt, für eine Bewährung habe es jedoch nicht gereicht. Es seien auch keine dramatisch schlimmen Taten, die ihm vorgeworfen wurden, entscheidend sei aber die Vielzahl.

Der Verteidiger des 34-Jährigen ließ zunächst offen, ob er Rechtsmittel einlegen wird. Er müsse nun erst mal nachdenken und rechnen ...

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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