Hessen Mobil antwortet Bürgermeister Thomas Fehling

Nach tödlichem Unfall auf der Dippelstraße in Bad Hersfeld: Ampelschaltung bleibt wie sie ist

Das Foto zeigt den Unfallort an der Dippelstraße, der weiträumig abgesperrt ist.
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An der Ampel auf der Dippelstraße am Schilde-Park hatte sich kürzlich ein tödlicher Unfall ereignet. Eine 87-Jährige war offenbar bei Rot noch auf die Straße gelaufen, was ein an der Ampel wartender Lkw-Fahrer, der gerade Grün bekam, nicht sehen konnte. Über die kurzen Ampelphasen gab es anschließend viele Diskussionen.

Nach dem tödlichen Unfall an einer Ampel auf der Dippelstraße in Bad Hersfeld gab es massive Kritik von Bürgern an der kurzen Grünphase für Fußgänger. Ändern soll sich aber nichts.

Bad Hersfeld - An der Ampelschaltung der Signalanlage am Schilde-Park werden die Intervalle nicht verlängert. Das geht aus einem Schreiben des Präsidenten von Hessen Mobil, Heiko Durth, an Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling hervor. Fehling hatte nach dem tödlichen Unfall, bei dem am 15. September eine 87-jährige Frau von einem Lastwagen erfasst und tödlich verletzt wurde, an Hessen Mobil geschrieben und um eine Überprüfung der Schaltintervalle gebeten (wir berichteten).

Durth verweist in seiner Antwort auf die starke Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt von Bad Hersfeld. Um den Gesamtverkehr zu optimieren, seien die im Streckenabschnitt befindlichen acht Lichtsignalanlagen seit vielen Jahren koordiniert.

„Auf der B 324 treffen – wie in allen innerstädtischen Bereichen – schwer vereinbare Forderungen aufeinander: Zum einen soll der Fahrzeugverkehr zügig die Ortslage passieren, zum anderen sollen Fußgänger sicher die Fahrbahn queren“, erklärt Durth. Hinzu kämen noch Radfahrer.

Außerdem verliefen zwei Umleitungsstrecken der Autobahnen in diesem Bereich, „für die die Stadt Bad Hersfeld selbst fordert, dass ein besserer Verkehrsfluss mit Hilfe der vorhandenen Lichtsignalanlagen gewährleistet werden soll“, begründet Durth seine Entscheidung. Bei den Berechnungen einer Ampelschaltung werde angenommen, dass ein Fußgänger 1,2 – 1,5 Meter pro Sekunde zurücklegt. Dieser als „Räumzeit“ bezeichnete Wert beruhe auf „anerkannten Regeln der Technik für den Entwurf, die Ausführung und den Betrieb für Lichtsignalanlagen“.

Da entlang der B 324 keine Kapazitätsreserven vorhanden seien, könne eine Erhöhung der Räumzeit für Fußgänger nur zulasten des Fahrverkehrs gehen. Alle Lichtsignalanlagenprogramme der miteinander koordinierten Anlagen müssten dafür entsprechend angepasst werden.

„In der von uns aktuell vorgenommenen Gesamtabwägung wollen wir dies nicht tun, da wir im Gesamtsystem dann wieder Unverträglichkeiten erwarten, da sich diese Maßnahmen nach unserer Ansicht ungünstig auf die Verkehrssicherheit und die Verkehrssteuerung in Bad Hersfeld auswirken würden“, heißt es in dem Schreiben des Präsidenten von Hessen Mobil an Fehling.   (kai)

Lesen Sie auch: Zwischen den Zeilen: Ampeldrama, Rededuell und Erinnerungen

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