Bad Hersfeld mit „guten Chancen“

Bahn stellt Trassenkorridore vor: Neubaustrecke Fulda-Gerstungen wird konkret

Ein ICE steht auf Gleis B des Bahnhofs in Bad Hersfeld.
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„Gute Chancen“ für den Bahnhof Bad Hersfeld als Fernverkehrshalt: Am Dienstag wurden die Trassenkorridore für die Neubaustrecke Fulda-Gerstungen vorgestellt.

Für das Mammut-Projekt der Neubaustrecke Fulda-Gerstungen hat die Bahn am Dienstag die Trassenkorridore für mögliche Streckenverläufe durch Hersfeld-Rotenburg vorgestellt.

Hersfeld-Rotenburg – Demnach ist ein Fernverkehrshalt in Bad Hersfeld weiterhin im Rennen – allerdings auch ein Bahnhof auf der „grünen Wiese“ bei Ludwigsau. Definitiv von der Neubaustrecke betroffen ist der Wildecker Ortsteil Hönebach, da der Fernverkehr auf allen Varianten durch den Hönebacher Tunnel führt.

Die rund einen Kilometer breiten Trassenkorridore wurden beim siebten, nicht öffentlichen Beteiligungsforum in Bad Hersfeld präsentiert und bieten erstmals einen Blick auf mögliche Streckenverläufe durch den Kreis. Derzeit gibt es vier Punkte, an denen die potenzielle neue Bahnlinie von der Bestandsstrecke Würzburg-Hannover abzweigt: bei Mühlbach im Norden, auf Höhe von Untergeis, bei Langenschwarz und südlich von Burghaun. Von diesen Ausgangspunkten schlängeln sich verschiedene Streckenvorschläge – laut Bahn auf dem Weg des geringsten Raumwiderstands – durch den Kreis.

Sämtliche Streckenvarianten haben einen „erheblichen Tunnelanteil“

Mehrere der Korridorvorschläge führen dabei über Bad Hersfeld. Auch die sogenannte Tunnelvariante des Aktivbündnisses und von Bürgermeister Thomas Fehling liegt innerhalb dessen, was die Bahn als machbar einstuft. Allerdings: „Das Wort Tunnelvariante können Sie streichen“, sagt Projektleiter Alexander Nolte. Sämtliche vorgestellten Varianten hätten einen „erheblichen Tunnelanteil“ – die Rede war von bis zu 50 Prozent.

Wo der Fernverkehrshalt im Kreis entsteht, ist weiter offen. Die verschiedenen Streckenmöglichkeiten sollen intensiv miteinander verglichen und so zusammengesetzt werden, dass eine Vorzugsvariante entsteht. Als Kriterien nennt die Bahn die Verträglichkeit für Mensch und Umwelt, die benötigte Fahrzeit sowie Kapazität und Kosten. Bad Hersfeld habe aber „eine gute Chance“, so Nolte.

Dennoch laufen drei Streckenvorschläge östlich der Kreisstadt beim Schenklengsfelder Ortsteil Malkomes zusammen und von dort weiter in Richtung Friedewald. Zwei Korridore treffen sich vor Ludwigsau-Gerterode und führen über Mecklar oder Blankenheim nach Osten. Eine Trassenführung über Bebra bleibt– trotz Kritik aus dem Nordkreis – weiterhin außen vor. (Von Clemens Herwig)

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