Wochenendkolumne

Zwischen den Zeilen: Neue Chefs und alte Sorgen

Nadine Meier-Maaz
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Nadine Meier-Maaz

Über Personalwechsel und darüber, warum in diesem Jahr die Küche kalt bleibt, schreibt in unserer Wochenkolumne „Zwischen den Zeilen“ Nadine Meier-Maaz.

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Die Gemeinde Neuenstein hat mit Roland Urstadt (CDU) ab Januar bereits einen neuen Bürgermeister. Friedewald braucht ab Januar einen neuen Bürgermeister, denn dann wechselt Amtsinhaber Dirk Noll (SPD) als Erster Kreisbeigeordneter ins Landratsamt. In Hauneck wird ebenfalls im Januar ein neuer Bürgermeister gewählt, und auch dort wird in jedem Fall ein neuer Mann oder eine neue Frau im Chefsessel Platz nehmen, denn Harald Preßmann kandidiert bekanntlich nicht erneut – ausgeschrieben ist die Stelle inzwischen

In Bad Hersfeld wird es dann zum Ende des Jahres 2022 spannend, wenn die Amtszeit von Thomas Fehling endet, der ebenfalls schon angekündigt hat, kein drittes Mal anzutreten.

Hier wie dort machen bereits Gerüchte die Runde, wer denn wo angeblich seinen Hut in den Ring werfen will. Danach gefragt winken die einen lachend ab, andere sind hoffentlich wirklich nicht mehr als ein Gerücht. Und eigentlich wäre es ja auch ganz schön, wenn Katja Gonzalez Contreras, Rathauschefin in Cornberg, nicht die einzige Bürgermeisterin im Landkreis bliebe.

Für Bad Hersfeld würde mir da schon eine Frau einfallen, die nicht nur Verwaltungserfahrung hat und gut mit Zahlen kann, sondern auch kontakt- und kommunikationsfreudig ist.

Besonders schnell scheint sich das Personalkarussell indes beim Bad Hersfelder Fachbereich Stadtmarketing/Kurbetrieb zu drehen. Leiter Matthias Glotz ist bereits der Vierte, der diese Position seit 2010 innehat – jetzt hat er gekündigt. Über die Gründe kann man nur spekulieren, über die Strukturen und Aufgabenverteilung ist schon in der Vergangenheit diskutiert worden. Für die Stadt kann es jedenfalls nicht wirklich gut sein, wenn gefühlt ständig jemand anders das Ruder übernimmt. Immerhin ist Glotz nicht gleich von heute auf morgen weg, sondern nach dann zwei Jahren erst Mitte 2022, und bis dahin will er Begonnenes fortführen. Er soll im Übrigen nicht der Einzige im Fachbereich sein, der schnell wieder weg will.

Größter Beliebtheit hatten sich in den vergangenen Jahren ja die Bad Hersfelder Tafelspiele erfreut. Das bisher drei Mal von der Tafel organisierte Charity-Event, bei dem mehrere Spitzenköche aus der Region ein Menü für den guten Zweck kreiert hatten, begeisterte 2015, 2017 und 2019 hunderte Besucher in der Schilde-Halle – darunter wohlgemerkt nicht nur „Lokalprominenz“. Diesen Herbst wird es leider nicht stattfinden, und da mit der Organisation mindestens ein Jahr im Voraus begonnen werden müsste, scheinen die vierten Tafelspiele 2022 ebenfalls keine Option zu sein.

Schuld sind – genau – zum einen die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen und Unsicherheiten. Zum anderen steckt hinter einem Event dieser Größenordnung aber auch ein immenser Planungsaufwand, der für die weniger werdenden Ehrenamtlichen zunehmend schwieriger wird. Das ist mehr als verständlich. Schade wäre es trotzdem, wenn dieses tolle Event in passendem Ambiente nach drei gelungenen Veranstaltungen nun sang- und klanglos verschwindet. Aber wer weiß, vielleicht finden sich für die Zukunft ja doch noch Lösungen oder neue Unterstützer, die für das Benefizkochen mit anpacken.

Pandemiebedingt eingeschränkt ist übrigens immer noch die Lebensmittelausgabe bei der Tafel, die weiterhin im Freien stattfinden muss. Mit Blick auf den nahenden Winter ist das sicher weder für die Kunden noch die Helfer besonders angenehm. (Nadine Meier-Maaz)

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