Politik auf Fehmarn drängt auf Entscheidung

Neue Pläne für Ferienanlage Meeschendorf: Investor plant Familienhotel

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Das österreichische Unternehmen Jufa will ein familienfreundliches Ferienhotel auf dem Gelände der kreiseigenen Ferienanlage in Meeschendorf errichten - doch die Zeit drängt. 

Das österreichische Unternehmen Jufa hat ein Konzept für ein familienfreundliches Ferienhotel mit bis zu vier Sternen und Wellnessbereich auf dem Gelände der kreiseigenen Ferienanlage in Meeschendorf vorgelegt. Der Kreis bietet seinen Besitz auf Fehmarn als Erbpacht über 75 Jahre an. Die Politik auf der Ostseeinsel drängt derweil auf eine Entscheidung.

Das Konzept des Investors sieht 100 Zimmer mit 267 Betten auf dem über einen Hektar großen Gelände vor und wird den Kreistagsmitgliedern Anfang der Woche vorgestellt. Als Tagungsstätte soll Meeschendorf auch in den saisonschwächeren Zeiten attraktiv bleiben, mit einem Freizeitangebot sollen zudem auch Tagesgäste und die Fehmarner Bevölkerung angesprochen werden. Als Referenzprojekte verweist das Unternehmen etwa auf ein Familienressort in Kempten im bayerischen Allgäu und ein Vier-Sterne-Hotel am Hamburger Hafen.

Die Angebote des Hotelunternehmens sehen Sonderkonditionen (Pachtzins: bis zu 50 000 Euro jährlich) oder Zimmerkontingente (bis zu 68 000 Euro jährlich) für Urlauber, Sport- und Kulturverbände sowie Schulen aus Hersfeld-Rotenburg vor. Nach derzeitigem Stand könnte der Kreis die Anlage nach 75 Jahren für 30 Prozent des Verkehrswertes übernehmen.

Bislang gab es keine Gespräche mit den Verantwortlichen auf Fehmarn. Die Politik auf der Ostseeinsel warnt: Soll sich auf dem Grundstück am südöstlichen Strand baulich etwas ändern, wird die Zeit knapp. Grund ist ein 150-Meter-Küstenschutzstreifen, der im Jahr 2021 endgültig in Kraft tritt. „Die müssen Gas geben“, sagt der Vorsitzende des Bauausschusses, Andreas Herkommer, unserer Zeitung im Interview. Die Ausschreibung zur Erbpacht habe elf Interessenten und ein konkretes Angebot ergeben, heißt es vom Landkreis. Konkrete Baupläne liegen noch nicht vor. Was auf dem Geläde machbar oder nicht machbar ist, müsse der zukünftige Pächter klären.

Eine Entscheidung soll am 3. Juni im Kreistag fallen.

150-Meter-Banngürtel für den Naturschutz

Das Land Schleswig-Holstein hat 2016 mit einem Naturschutzgesetz einen 150 Meter breiten Küstenschutzstreifen an Nord- und Ostsee festgelegt. Dort gilt Bauverbot, etwa für Hotels, Ferienhäuser, Cafés und Campingplätze. Die Ausnahme: Es gibt vor Ort bereits Bebauungs- beziehungsweise Flächennutzungspläne oder diese werden bis zum 23. Juni 2021 rechtskräftig.

Ein Interview mit dem Vorsitzenden des Bauausschusses, Andreas Herkommer, lesen Sie in der gedruckten Montagausgabe und im E-Paper.

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