Für Schwimmer wird’s schwerer

Neue Prüfungsordnung für Schwimmabzeichen soll für mehr Sicherheit im Wasser sorgen

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Anforderungen für Abzeichen steigen: Schwimmmeister Werner Spill aus Friedlos vom Rotenburger Hallenbad findet es gut, dass mit der neuen Prüfungsordnung für die Schwimmabzeichen nun mehr Wert auf Ausdauer beim Schwimmen gelegt wird. Die Ausweise und Aufnäher für die Badehose in seiner Hand werden so zu noch wertvolleren Abzeichen, da sie nun noch stärker die Sicherheit ihrer Inhaber im Umgang mit dem Element Wasser belegen.

Ob Seepferdchen oder Schwimmabzeichen in Gold: Wer eines der deutschen Schwimmabzeichen erwerben möchte, für den gilt ab diesem Jahr eine neue Prüfungsordnung.

Und die setzt mit höheren Anforderungen auf mehr Sicherheit im Umgang mit dem Element Wasser.

Das hat der Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz der Länder beschlossen. Denn grundlegendes Ziel der Verantwortlichen für die Reform ist, dass Schwimmer sicher schwimmen können.

Im Sinne der neuen Prüfungsordnung bedeutet sicheres Schwimmen, dass die Absolventen 15 Minuten ohne Halt und Hilfe im tiefen Wasser schwimmen können und dabei 200 Meter Strecke zurücklegen. Dabei soll sowohl in Bauch- als auch in Rückenlage geschwommen werden und auch die Orientierung unter Wasser soll kein Problem darstellen. Wer das erfüllt, erhält dafür das Schwimmabzeichen in Bronze. Noch höhere Herausforderungen gelten für Silber und Gold.

Dass Kinder und Jugendliche sich mit den neuen Regeln dem sicheren Schwimmen nun noch besser annähern, findet auch Matthias Orth, 1. Vorsitzender des DLRG Ortsverbandes Bad Hersfeld, sehr gut. „Für echte Sicherheit im Wasser braucht es mehr, als das Seepferdchen-Abzeichen den Schwimmern abverlangt“, findet der 39-Jährige. Er rät allen Eltern, ihren Kindern eine vernünftige Schwimmausbildung zu ermöglichen.

Auch Werner Spill, Fachangestellter für Bäderbetriebe im Rotenburger Hallenbad, findet die neue Prüfungsordnung gut: „Sie ist zwar schwieriger geworden, was aber bedeutet, dass mehr geübt werden muss und das erhöht die Sicherheit der Schwimmanfänger“, sagt der 54-Jährige.

„Grundsätzlich begrüßen wir alle Dinge, die sicherstellen, dass Schüler in Kursen und im Schwimmunterricht zu fähigen, sicheren Schwimmern ausgebildet werden“, sagt Anita Hofmann, Leiterin des Staatlichen Schulamts in Bebra. Für ihre Lehrkräfte ändere sich nicht viel, in Fortbildungen und Info-Veranstaltungen würden die Neuerungen nun bekannt gemacht.

Immer weniger können sicher schwimmen

Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sinkt die Zahl der sicheren Schwimmer in Deutschland seit Jahren. Besonders besorgniserregend sei, dass fast 60 Prozent aller Kinder beim Verlassen der Grundschule nicht sicher schwimmen können. Eine weitere Statistik zeigt die Zahl der Badeunfälle: 504 Menschen sind demnach im Jahr 2018 ertrunken – 100 mehr als im Jahr zuvor. Die häufigsten Gründe für Unglücksfälle seien Selbstüberschätzung und Leichtsinn. 

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