Architekturbüro Dorbritz will Mietwohnungen bauen

Neues Leben in der Brandruine der Klosterschänke auf dem Johannesberg in Bad Hersfeld

Im Dornröschenschlaf: Nach dem Brand der Klosterschänke im Jahr 2013 verwildert das Gelände um die alte Ruine (rechts) immer mehr. Jetzt soll das Areal mit einem Wohnungsbauprojekt wieder belebt werden.
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Im Dornröschenschlaf: Nach dem Brand der Klosterschänke im Jahr 2013 verwildert das Gelände um die alte Ruine (rechts) immer mehr. Jetzt soll das Areal mit einem Wohnungsbauprojekt wieder belebt werden.

Das Büro Dorbritz und der Projektentwickler CMM-Immobilien stellten jetzt Pläne für das Gelände der ehemaligen Klosterschänke auf dem Johannesberg in Bad Hersfeld vor.

Bad Hersfeld – Wucherndes Gras und Büsche, ein verwaister Pavillon, eine rote Rutsche, auf der schon lange kein Kind mehr jauchzt und eine Brandruine aus der bereits Bäume wachsen: Nur ein altes Schild erinnert an Bad Hersfelds schönsten Biergarten in der Klosterschänke auf dem Johannesberg. Seit die beliebte Gaststätte im Januar 2013 ein Raub der Flammen wurde, liegt das Areal im Dornröschenschlaf.

Nun aber könnte es zu neuem Leben erwachen.

Seit geraumer Zeit schon plant das ebenfalls am Johannesberg ansässige Architekturbüro Dorbritz gemeinsam mit den Projektentwicklern der CMM Immobilien auf dem Gelände bis zu 35 Mietwohnungen zu errichten. Das Besondere an dem Bauvorhaben: Die alte Ruine des Klosterschänke soll in den Neubau integriert und dadurch „erlebbar“ werden, wie Frank und seine Tochter Freya Dorbritz am Donnerstagabend dem Ortsbeirat von Bad Hersfelds größtem Stadtteil erklärten.

Zuvor hatte es Gespräche mit der Oberen Denkmalbehörde gegeben. „Wir erwarten jetzt eine klare Stellungnahme, wie es weitergeht, wir haben jedenfalls alles getan“, sagte Dorbritz, dem man ebenso wie dem Ortsbeirat einen gewissen Unmut über die lange Laufzeit des Genehmigungsverfahrens anmerkt.

So könnte es aussehen: Die Ruine der alten Klosterschänke wird integriert und „erlebbar“.

Doch das Bauprojekt steht auf historischem Boden. Bereits um 1025 soll hier von Abt Arnold eine Benediktinerpropstei gegründet worden sein. Davon ist heute allerdings nur noch das alte Brüderhaus aus dem 11. Jahrhundert erhalten.

Die Brandruine der früheren Klosterschänke soll nach den Plänen des Büros Dorbritz von dem zwei bis dreigeschossigen Gebäude überbaut werden. Vorgesehen ist die Verwendung von „filigranen und transparenten Materialen“ wie Holz und Glas „als klarer Kontrast zur Ruine“, erklärt Freya Dorbritz. Auch eine Dachterrasse ist geplant. Die Wohnungen sollen ab 40 Quadratmeter groß sein, die Raumaufteilung sei zunächst noch flexibel zu gestalten. „Das wird keine Luxuswohnanlage“, stellen die Projektentwickler von CMM-Immobilien klar. Auf Mietpreise wollen sie sich angesichts der derzeit explodierenden Baukosten noch nicht festlegen.

Auf dem Gelände der Wohnanlage sei zudem eine Art Kiosk vorgesehen, damit auch Spaziergänger und Wanderer eine Einkehrmöglichkeit erhalten. Auch ein kleines Café sei angedacht, es gebe sogar Interessenten für eine gastronomische Nutzung, deutete Frank Dorbritz an. Das Gelände rund um die geplante Wohnanlage soll weiter frei zugänglich sein. Garagen sind nicht geplant, erklärte der Architekt mit Hinweis auf die Parkplätze am Wendehammer der Zufahrtsstraße.

Der Ortsbeirat begrüßte die Pläne und verabschiedete einstimmig einen Antrag, wonach das Projekt „forciert“ durch die Genehmigungsbehörden der Stadt bearbeitet werden soll. „Wir hoffen auf eine baldige Entscheidung“, erklärte Ortsvorsteher Günter Göttlicher (SPD), „wir sind es leid, immer weiter vertröstet zu werden.“ ( Kai A. Struthoff)

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