Bad Hersfeld, Ludwigsau und Bebra sind im Liefergebiet

Neues Verteilzentrum in der Region: Amazon bringt die Pakete nun auch selbst

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Die Schicht beginnt in der Nacht: 100 Fahrzeuge sind im neuen Verteilzentrum in Knüllwald im Einsatz. Hier ein Bild aus einem Verteilzentrum in Mannheim.

Der Onlinehändler Amazon liefert jetzt auch selbst aus - Hintergrund ist das neue Verteilzentrum in Knüllwald. Der Kreis Hersfeld-Rotenburg gehört nur teilweise zum Liefergebiet.

Zur Weihnachtszeit haben Paketdienste besonders viel zu tun, denn immer mehr Menschen bestellen auch Geschenke im Internet. Neben DHL, DPD, Hermes und UPS liefert jetzt auch der Onlinehändler Amazon selbst Pakete aus.

Hintergrund ist die Fertigstellung des neuen Verteilzentrums in Knüllwald im Schwalm-Eder-Kreis direkt an der A 7, das im Oktober in Betrieb gegangenen ist. Zukünftig sollen von Amazon Logistics täglich 10 000 Pakete vom neuen Standort verschickt werden. Der Kreis Hersfeld-Rotenburg gehört allerdings nur teilweise zum Liefergebiet.

100 Vans liefern täglich Amazon-Pakete aus

Ausgeliefert wird in mehreren Postleitzahlenbereichen im Großraum Kassel – dazu zählt auch der Landkreis Hersfeld-Rotenburg, aber eben nicht komplett. Bad Hersfeld – als Standort gleich zweier Amazon-Logistikzentren mit verschiedenen Waren-Schwerpunkten – stellt laut Sprecher Stephan Eichenseher das südliche Ende dar, Niederaula etwa gehört nicht mehr dazu.

Zum Liefergebiet gehören die Postleitzahlen 36251 (Bad Hersfeld und Ludwigsau, ganz), 36282 (Hauneck, teilweise), 36286 (Neuenstein, teilweise) und 36179 (Bebra, teilweise). Nicht dabei sind Niederaula, Schenklengsfeld und Friedewald, auch das Werratal scheint nicht von Amazon direkt beliefert zu werden.

Die Pakete kommen unter anderem aus den europäischen Amazon-Logistikzentren im neuen Verteilzentrum in Knüllwald an, werden entladen, auf die Zustellfahrzeuge verteilt und schließlich zu den Kunden gebracht. Die Auslieferung erfolgt mithilfe einer eigenen Amazon-Routenplanung. 

100 Vans liefern täglich Amazon-Pakete an die Kunden aus. Die Fahrer sind bei sechs selbstständigen Lieferfirmen aus der Region beschäftigt. Das firmeneigene Verteilzentrum soll die Kunden noch zuverlässiger beliefern und die Liefergeschwindigkeit erhöhen, heißt es von Amazon. Bundesweit werden derzeit noch weitere solcher Verteilzentren gebaut. 21 sind bislang in Betrieb.

So kommt das Paket nach Hause

Der eine oder andere hatte in den vergangenen Tagen vermutlich nicht nur Benachrichtigungskarten von Paketzustellern von DHL, DPD und Hermes in seinem Briefkasten, sondern auch von Amazon. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

In welchen Bereichen werden die Pakete verteilt? 

Amazon Logistics verteilt Pakete zwischen Hann. Münden und Bad Hersfeld – also auch in einem Teil des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, nicht jedoch im kompletten Landkreis. Die jeweiligen Zustellrouten werden jeden Tag nach Bedarf und möglichst geringstem Zeitaufwand neu berechnet. 

Warum verteilt Amazon die Pakete jetzt selbst? 

Die Nachfrage nach schnellen Lieferungen – also am selben oder am nächsten Tag – ist stark gestiegen, heißt es von Amazon. Mit dem neuen Verteilzentrum würden zusätzliche Kapazitäten geschaffen. 

Wie viele Mitarbeiter arbeiten im Verteilzentrum? 

Bislang arbeiten im Verteilzentrum in Knüllwald, das eine Größe von 6000 Quadratmetern hat, 50 Mitarbeiter in der Sortierung. 15 sind bei Amazon, die restlichen 35 Menschen bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigt. Die Bezahlung in der Sortierung ist für alle gleich. Amazon zahlt 11,52 Euro Stundenlohn, dazu kommen Nachtzuschläge. Gearbeitet wird von montags, 3.30 Uhr, bis samstags, 19.30 Uhr. 

Ist die Lieferung für alle Waren möglich? 

Ausgeliefert werden normale Amazon-Pakete, aber keine großen Produkte oder Sperrgüter wie zum Beispiel Waschmaschinen oder Gartenmöbel. 

Kann ich entscheiden, ob ich mein Paket von Amazon oder von einem anderen Paketdienst geliefert bekommen möchte? 

Nein, mit Algorithmen wird der optimale Weg zum Kunden berechnet, dabei werden unterschiedliche Faktoren in Betracht gezogen und danach entschieden, wie geliefert wird. Hinzu kommt, dass beispielsweise Prime-Mitglieder eine schnellere Zustellung bekommen. 

Was, wenn mich der Amazon-Bote nicht antrifft?

Amazon versucht an drei aufeinander folgenden Werktagen (Montag bis Samstag) zuzustellen und hinterlässt bei jedem Zustellversuch eine Benachrichtigungskarte. Sollte die Zustellung nicht erfolgreich sein, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Zustellung an einen Wunschnachbarn oder einen geschützten Ablageort
  • Festlegen eines neuen Zustelltermins innerhalb der folgenden zwei Wochen. 

Wie kann ich einen Ablageort festlegen?

Wer diese Information nicht bereits direkt bei der Bestellung angegeben hat, kann sich in sein Amazon-Konto einloggen und einen Ablageort oder einen Wunschtermin angeben. Bei der Bestellung auf „Meine Bestellungen“, „Sendung verfolgen“ und anschließend auf der Tracking-Seite auf „Lieferpräferenzen festlegen“ oder „Neuen Termin anfordern“ klicken. 

Wie funktioniert die Rücksendung? 

Wer einen Artikel zurücksenden möchte, kann auf der Homepage auswählen, wie er das Paket zurückschicken möchte. Dabei ist es egal, welcher Paketdienst die Ware gebracht hat. Die Pakete können dann bei der Post, bei Packstationen oder bei Hermes abgegeben werden. Bei Hermes ist auch eine Abholung der Pakete möglich. 

Wann kann ein Paket bei Nachbarn abgegeben werden? 

„Ein DHL-Bote kann ein Paket beim Nachbarn abgeben, wenn dieser seine Einwilligung dazu gibt“, so Post-Pressesprecher Thomas Kutsch. Der Nachbar übernehme dann auch die Haftung für die Ware. Die Aufgabe des Paketboten ist es laut Kutsch, den Empfänger über den Verbleib des Paketes zu informieren, das sei auch so in den Geschäftsbedingungen geregelt. 

Bei Amazon verhält es sich ähnlich. „Der Kunde wird über die Zustellung informiert und kann dann in seinem Amazon-Konto angeben, ob das Paket an einen Nachbarn zugestellt werden soll“, so eine Sprecherin von Amazon auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch ein gewünschter Abgabeort kann hinterlegt werden. Man wisse, dass viele Kunden das einer erneuten Zustellung vorziehen würden. Wenn dies nicht der Fall ist, dann darf das Paket nicht im Hausflur oder in der Garage abgestellt werden.

Quelle: Hersfelder Zeitung

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