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Zwischen den Zeilen: Nicht alles ist so, wie es scheint

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Von: Christine Zacharias

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Christine Zacharias
Christine Zacharias © Maaz, Nadine

In der Kolumne Zwischen den Zeilen befasst sich Christine Zacharias mit Solidarität, Lücken
und der Autobahn.

Das Grauen in der Ukraine nimmt kein Ende. Hilf- und ratlos fragen sich viele Menschen hier in Deutschland, ob Aktionen wie Mahnwachen, Friedensgebete, angestrahlte Bauwerke und Demonstrationen irgendeinen Sinn haben. Den russischen Präsidenten Putin beeindrucken sie sicher nicht. Aber viele Ukrainer empfinden es als tröstend und ermutigend, die weltweiten Zeichen der Solidarität zu sehen.

Zu wissen, dass sie nicht vergessen sind, dass die Welt mit ihnen fühlt. Also machen wir weiter mit bescheidenen Mitteln. Richtig beeindruckend sind die konkreten Hilfsaktionen, mit denen Hilfsgüter in die Ukraine und Geflüchtete nach Deutschland gebracht werden.

Große Lücken tun sich im kommenden Sommer in der Gesundheitsversorgung im Landkreis auf. Die Hautärztin Lilli Eberhard schließt Ende Mai ihre Praxis in Bad Hersfeld – die einzige in der Stadt. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin hat sich offenbar nicht gefunden. Schon bisher mussten Patienten lange auf Termine warten. Die Praxis war immer voll. Jetzt müssen sie noch längere Wartezeiten und lange Wege in Kauf nehmen, denn die nächsten Hautärzte praktizieren in Rotenburg und in Fulda. Das Klinikum Bad Hersfeld-Rotenburg plant jedenfalls nicht, ein hautärztliches Angebot in einem MVZ zu machen, teilte Sprecher Werner Hampe auf Anfrage mit. Und in Raboldshausen schließt im Juni die Arztpraxis. Dann ist mit Neuenstein eine weitere Gemeinde im Kreis ohne eigenen Hausarzt.

Noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davongekommen ist kürzlich ein 21-jähriger Hersfelder, der ohne Führerschein am Steuer seines Autos gesehen worden war – ausgerechnet von einem Polizisten. Unser Bericht über den Prozess erinnert einen Leser an einen Vorfall, mit dem er vor einigen Jahren zu tun hatte. Er war angeblich von einem Polizisten gesehen worden, wie er unangeschnallt mit einem Auto gefahren war. Er bekam ein Verwarnungsgeld und legte Widerspruch ein. Die Sache kam vor das Amtsgericht Bad Hersfeld. Dort wurde er freigesprochen. Er war nämlich zur besagten Zeit in Italien im Urlaub. Er ließ erst den Polizisten seine Angaben machen, wie sicher er war, ihn gesehen zu haben. Dann legte er dem Gericht eine Rechnung des Hotels in Italien und Quittungen vor. Er wurde freigesprochen und zeigte seinerseits den Polizisten an. Nach drei Jahren wurde das Verfahren gegen den Polizisten aus für ihn nicht nachvollziehbaren Gründen eingestellt, berichtete er und vermutete, bei dem 21-Jährigen könne ebenfalls eine falsche Aussage eines Polizeibeamten vorliegen. Tatsächlich stellte sich heraus, dass nicht der Polizist falsch ausgesagt hatte, sondern der Bekannte des Angeklagten, der behauptete, er sei gefahren. So muss eben jeder Fall ganz individuell betrachtet werden.

Die Verärgerung des Kirchheimer Bürgermeisters Manfred Koch über die Autobahn GmbH, von der berichtet wurde, will ein Kirchheimer so nicht stehen lassen. Er weist zum einen auf das seit Jahren bestehende Problem mit Überflutungen im Dorf hin, wenn bei Starkregen das Wasser von der Autobahn in die Kanalisation schießt und die Gullydeckel hebt. Dafür sei, so betont der Leser, die Gemeinde zuständig. Er berichtet zudem von unbürokratischer und schneller Hilfe der Baufirmen, die das Kirchheimer Dreieck umbauen. Sie hätten immer wieder einmal unbürokratisch die von Baufahrzeugen verschmutzten Straßen gereinigt. Das ist allerdings auch ihre Aufgabe. (Christine Zacharias)

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