Hersfelder Haushalt: Kompromiss beim Zuschuss für Kulturzentrum Buchcafé

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Mit dem Kinderstück „Die Eule“ (Probenfoto) gastierten die Bad Hersfelder Festspiele im vergangenen Jahr im Buchcafé – ein voller Erfolg. Für 2016 haben die Festspiele zum Bedauern des Kulturzentrums andere Pläne.

Bad Hersfeld. Beschlossen ist beim Hersfelder Haushalt für 2016 noch nichts, doch beim alljährlichen städtischen Zuschuss für das Kulturzentrum Buchcafé zeichnet sich ein Kompromiss ab.

Weder für eine von der NBL geforderte Halbierung auf gut 24.000 Euro noch für eine von SPD und Grünen beantragte Erhöhung des Ansatzes auf 73.000 Euro fand sich im Haupt- und Finanzausschuss eine Mehrheit. Es soll also bei den 48.700 Euro bleiben, die im Entwurf des Etats verzeichnet sind.

Dieser Betrag entspricht in etwa den Zuschüssen der Vorjahre – minus jene zehn Prozent, die andere Vereine angesichts der schwierigen Haushaltslage schon früher in Kauf nehmen mussten. Im vergangenen Jahr hatte das Kulturzentrum wegen des Umzugs von der Badestube an den Brink mehr Geld erhalten als sonst.

Die Diskussion über den Zuschuss verlief nach dem üblichen Muster: Antje Fey-Spengler (Grüne) und Lothar Seitz (SPD) argumentierten mit der Bedeutung des breit gefächerten Kulturangebots auch außerhalb der Festspielzeit und würdigten die Integrationsarbeit mit Flüchtlingen. Die Zuwendung finanziere auch nicht die Vereinsarbeit, sondern ermögliche Veranstaltungen.

Michael Bock (NBL) und Bernd Böhle (FDP) hielten mit den in der Vergangenheit gewährten Extras und vermeintlicher Ungerechtigkeit gegenüber anderen Vereinen dagegen. Eine angebliche Existenzgefährdung des Buchcafés bei sinkendem Zuschuss empfanden beide als „Erpressung“.

Da half es nichts, dass der Trägerverein seit dem Einzug ins sanierte Parkhaus eine erhöhte Miete bezahlen muss, weil erforderliche Investitionen nicht selbst gestemmt werden konnten, sondern durch den Vermieter erbracht werden mussten.

Am Ende verweigerte sich der Ausschuss beiden Extrempositionen. Ausgezahlt werden kann der Zuschuss allerdings nur, wenn am 18. Februar auch der Haushalt beschlossen wird. Ansonsten wäre er eine „freiwillige Leistung“, die bei vorläufiger Haushaltsführung zunächst einbehalten würde.

Von Karl Schönholtz

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