34-Jähriger spielte Rede von Goebbels ab

Eskalation in Niederaula: Mann biss Polizistin und brüllte "Sieg Heil"

Niederaula. Ein Mann in Niederaula ist am Wochenende betrunken ausgerastet und hat Polizisten bedroht. Mehrfach brüllte er "Sieg Heil". Zudem soll er eine Rede von Goebbels abgespielt haben.

Der 34-Jährige soll laut Polizeibericht gegen 18.30 Uhr zunächst ein Fenster im Kellerraum eines Mehrfamilienhauses in Niederaula (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) eingetreten haben. Im Anschluss hatte er sich in seine Wohnung begeben. Dort hielt er sich offenbar in einem Zimmer zur Straßenseite hin auf und soll bei gekipptem Fenster "wie von Sinnen" mehrmals die Parole "Sieg Heil" gebrüllt haben. Dabei habe er laut Polizei deutlich unter Alkoholeinfluss gestanden.

Ein Fußgänger, der den Lärm offensichtlich mitbekam, verständigte darauf die Polizei in der Kreisstadt Bad Hersfeld. Als die Polizisten eintrafen, stellten sie fest, dass der Mann in voller Lautstärke offenbar eine Rede von Joseph Goebbels - einem der einflussreichsten NS-Politiker - aus dem Zweiten Weltkrieg hörte.

Polizei schaltete den Strom ab

Da der Mann aus Niederaula auf das Klingeln und Klopfen der Polizisten nicht öffnete, schalteten die Beamten im Hausflur die Sicherung des Stromverteilerkastens im Flur aus. Im stark alkoholisierten Zustand öffnete der Mann schließlich die Wohnungstür und brüllte die Beamten mit diversen Kraftausdrücken an. Einer Polizistin versuchte der 34-Jährige in den Finger zu beißen und ins Gesicht zu spucken - er traf die Frau aber nicht. Außerdem bedrohte er die anderen anwesenden Polizeibeamten.

Nur mit gemeinsamer Kraft gelang es den Beamten den Mann festzunehmen und zur Polizei nach Bad Hersfeld zu bringen. Ein  Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,61 Promille. Der 34-Jährige musste die Nacht im Gewahrsam der Polizei verbringen und dort seinen Rausch ausschlafen.

Das Verhalten des Mannes zieht einige Konsequenzen hinter sich her. Wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Bedrohung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt jetzt der Staatsschutz der Kriminalpolizei gegen den Mann.

Rubriklistenbild: © dpa

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