Filiale soll zum 20. November schließen –  Kunden suchen nach Schnäppchen

Nun doch: Aus für Adler in Bad Hersfeld

Alles muss raus: Die Adler-Filiale an der Breitenstraße in Bad Hersfeld schließt nun doch. Der Ausverkauf – inklusive Einrichtung – hat bereits begonnen.
+
Alles muss raus: Die Adler-Filiale an der Breitenstraße in Bad Hersfeld schließt nun doch. Der Ausverkauf – inklusive Einrichtung – hat bereits begonnen.

Zum 20. November soll der große Adler-Markt an der Breitenstraße in Bad Hersfeld schließen. Der Ausverkauf hat bereits begonnen, viele Kunden suchen nach letzten Schnäppchen.

Bad Hersfeld – Nun also doch: Nachdem im Januar dieses Jahres bekannt geworden war, dass der Modehändler Adler ein Insolvenzverfahren anstrebt, hieß es zunächst, die Filiale in Bad Hersfeld soll weiterbetrieben werden, wenngleich konkrete Aussagen zu einzelnen Standorten aktuell nicht möglich seien. Der Modemarkt in der Kreisstadt sei ein wichtiger Standort für das Unternehmen.

Inzwischen hat die Zeitfracht-Gruppe die Adler AG übernommen und in Bad Hersfeld hat der Räumungsverkauf begonnen. Zum 20. November soll die Filiale an der Breitenstraße geschlossen werden. 50 Prozent auf den gesamten Einkauf versprechen die Plakate im Fenster, auch die Ladeneinrichtung wird dort angeboten.

Eine Immobilie, die kaum zu übersehen ist. Auf zwei Etagen wurde Bekleidung verkauft. Oben befindet sich zudem ein Parkdeck.

Im Erdgeschoss haben sich die Ständer schon merklich geleert, doch der Kundenandrang ist groß. Viele sind zwischen Hosen, Blusen und Büstenhaltern auf Schnäppchenjagd. An der Kasse bildet sich eine Schlange und die Mitarbeiterin dort hat alle Hände voll zu tun. „Alles Gute!“, wünscht ihr eine Kundin. Eine weitere Mitarbeiterin will sich zur aktuellen Situation lieber nicht äußern. Die Chefin sei erst nächste Woche wieder im Haus, heißt es.

Die Bad Hersfelder Filiale ist damit einer von 30 deutschen Standorten, die geschlossen werden. Sie habe aus wirtschaftlichen Gründen „leider Gottes“ auf der Streichungsliste des Insolvenzverwalters gestanden, teilt Heinz Joachim Schöttes, Leiter der Konzernkommunikation bei Zeitfracht, mit. Die Schließung einiger Filialen sei notwendig, um insgesamt 2600 Mitarbeiter zu retten.

Den acht in Bad Hersfeld betroffenen Beschäftigten sei fristgerecht gekündigt worden. Bewerbungen innerhalb der Gruppe seien ausdrücklich willkommen, aber natürlich komme es in der Praxis nicht für jeden in Frage, 50 Kilometer zu einem neuen Arbeitsort zu fahren oder für den Job umzuziehen.

Die Adler-Filiale in Bad Hersfeld war im Sommer 2011 eröffnet worden. Zuvor hatte das mehrstöckige Gebäude mit Parkdeck, in dem einst die Kaufhalle untergebracht war, zeitweise leergestanden. Adler ist dort Mieter.

Das Thema Leerstand wird bereits seit Längerem heiß diskutiert, Kommunalpolitik und Verwaltung versuchen das Problem aktiv anzugehen (wir berichteten mehrfach). Nun wird voraussichtlich eine weitere, große und prominente Immobilie in der Innenstadt leer stehen. Beim Fachbereich Stadtmarketing will man einzelne, konkrete Leerstände nicht kommentieren, das sei im neu grgründeten Immobilienarbeitskreis so vereinbart worden. (Nadine Meier-Maaz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.