1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra
  4. Bad Hersfeld

Offener Brief an Volker Bouffier: Ein gern gesehener Gast in der Region

Erstellt:

Kommentare

Der Landesvater beim Landesfest inmitten seiner Landeskinder: Das Bild zeigt Ministerpräsident Volker Bouffier beim Abschluss des Festumzugs in Bad Hersfeld 2019 mit den Hessentagspaaren und Vertretern der Stadt bei der Übergabe der Hessentagsfahne an Bad Vilbel.
Der Landesvater beim Landesfest inmitten seiner Landeskinder: Ministerpräsident Volker Bouffier beim Abschluss des Festumzugs in Bad Hersfeld 2019 mit den Hessentagspaaren und Vertretern der Stadt bei der Übergabe der Hessentagsfahne an Bad Vilbel. © Kai A. Struthoff

Nach zwölf Jahren im Amt ist Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) jetzt in feierlichem Rahmen verabschiedet worden. Ein offener Brief von Kai A. Struthoff:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, lieber Volker Bouffier!

„Hallo, mein Lieber“ – wie oft haben Sie mich mit Ihrer markanten Reibeisenstimme mit diesen Worten bei einem Ihrer vielen Besuchen in Bad Hersfeld oder dem Kreis begrüßt. Unmöglich können Sie sich ja die vielen Namen der Menschen, die Sie tagtäglich treffen, merken. Aber „mein Lieber“ klingt sehr vertraut, persönlich, und man fühlt sich gleich als etwas Besonderes. Genau das ist wohl eines Ihrer Geheimnisse als Landesvater gewesen.

Ich erinnere mich noch gut an unser erstes Interview. Ich war damals noch ganz neu in Bad Hersfeld, Sie waren Innenminister. Reinhold Stanitzek hatte mir damals ein Interview mit Ihnen versprochen, und obwohl Sie um 22 Uhr nach einem abendlichen Besuch beim Wirtschaftsforum im Kreis und einem langen Tag sicher sehr müde waren, haben Sie sich vor der langen Heimfahrt geduldig Zeit für unser Gespräch genommen.

Das Bild zeigt Volker Bouffier beim Festakt der Festspiele 2018 mit Olaf Scholz, Intendant und Bürgermeister auf der Bühne in der Stiftsruine.
Immer gern bei den Bad Hersfelder Festspielen: Volker Bouffier beim Festakt 2018 mit Olaf Scholz, Intendant Joern Hinkel (links) und Bürgermeister Thomas Fehling (Mitte). © Ludger Konopka

Wobei – mit Gesprächen war es zuweilen schwierig mit Ihnen. Ich erinnere mich auch noch an ein Interview im HZ-Verlagshaus, bei dem ich genau eine meiner wohl-überlegten Fragen stellen konnte, bevor Sie etwa 20 Minuten redeten. Alles Räuspern, Luft holen und Gestikulieren konnte Sie nicht unterbrechen. Sie haben trotzdem alles gesagt, was ich wissen wollte – die Fragen habe ich später einfach eingefügt. Bei den Festspielen waren Sie gern gesehener Dauergast, beim Lullusfest mussten wir Sie nicht lange um eine Fahrt im Autoskooter bitten, unter Tage bei K+S und vor allem natürlich beim Hessentag 2019 waren Sie immer ein Landesvater zum Anfassen.

In Alheim-Niedergude auf dem Bauernhof Schäfer: Volker Bouffier mit (von links) Silke und Jörg Schäfer sowie der Landtagsabgeordneten Lena Arnoldt.
Zu Besuch in Alheim-Niedergude auf dem Bauernhof Schäfer: Volker Bouffier mit (von links) Silke und Jörg Schäfer sowie der Landtagsabgeordneten Lena Arnoldt. © Christopher Ziermann

Beim Hessentag war es auch, als Sie mich ganz besonders beeindruckt haben. Es ging Ihnen damals gesundheitlich nicht gut, das Sprechen fiel Ihnen schwer, Sie hatten vermutlich auch Schmerzen. Doch davon haben die Menschen nichts gemerkt. Gemeinsam mit Ihrer Frau Ursula haben Sie die Festzugteilnehmer mit Bier und Getränken versorgt, sind immer wieder die Ehrentribüne rauf und runter gelaufen, damit auch jeder sein Erinnerungsfoto bekommt.

Das Bild Volker Bouffier und Bürgermeister Thomas Fehling im Autoskooter beim Hersfelder Lullusfest 2011.
Spaß bei Lolls: Volker Bouffier und Thomas Fehling im Autoskooter beim Lullusfest 2011. © Ludger Konopka

Wir waren damals, am letzten Tag des Landesfests, früh morgens zum Interview verabredet. Dabei haben Sie dann den Spieß umgedreht, und erst mal mich interviewt. Und Sie waren erstaunlich gut informiert und fragten nun mich aus.

Wer weiß, vielleicht ist Ihre „Mein-Lieber-Begrüßung“ ja gar keine Verlegenheitslösung, weil Sie nicht alle Namen wissen. Denn sie kennen Ihre Landeskinder, und die werden Sie vermissen. In Bad Hersfeld und unserem Landkreis haben Sie viele Freunde und sind auch in Zukunft immer herzlich willkommen. Vielleicht sehen wir uns ja schon bei der Festspieleröffnung.

Alles Gute, mein Lieber!

Mit herzlichen Grüßen, Ihr Kai Struthoff

Auch interessant

Kommentare