Wochenend-Kolumne

Zwischen den Zeilen: Die Ruhe nach der Wahl

In seiner Kolumne Zwischen den Zeilen befasst sich Kai A. Struthoff mit Parteifreunden, Pilgern und dem Müll.

Kai A. Struthoff

Nach dem politischen Trommelfeuer der Ankündigungen und Versprechungen vor der Kommunalwahl ist es in den vergangenen Wochen ruhig geworden. Doch hinter den Kulissen wird vor den konstituierenden Sitzungen fleißig verhandelt. Es geht um Ämter und Posten, um Persönlichkeiten und hoffentlich auch um Kompetenz. In Ludwigsau bewahrheitet sich der alte Spruch:

Feind, Todfeind, Parteifreund. Hier wurde mit dem Argument des „Generationswechsels“ mit Friedhelm Eyert mal eben ein bei den Wählern sehr beliebter, vor allem aber fachlich kompetenter Kandidat für den Ersten Beigeordneten ausgebootet. Verständlich, dass Eyert enttäuscht und sauer ist.

Besser scheint es in Bad Hersfeld zu laufen. Auch hier gibt es eine Art Generationswechsel – bei der SPD im Magistrat. Wir hören, dass neben dem erfahrenen Dr. Rolf Göbel auch die Lehrerin Aysegül Tas-Dogan aus der Hohen Luft und der Verwaltungsfachmann Dirk Siebert, der im Schwalm-Eder-Kreis Personalchef ist, in die Stadtregierung einziehen sollen. Erster Stadtrat wird der zupackende Gunter Grimm von der CDU bleiben, flankiert von Günter Exner. Für die Grünen wird vermutlich Antje Fey-Spengler die Stellung halten, sodass im Magistrat eine stabile Mehrheit für die sogenannte „Kenia-Connection“ steht. Vorsitzender des Stadtparlaments bleibt der beliebte Lother Seitz. Trotz dieser Mehrheitsverhältnisse will das Bündnis auch die anderen Parteien im Parlament einbinden, um so die „Hersfelder Verhältnisse“ endlich zu überwinden. Aber natürlich stehen konstituierende Sitzungen – wie alles – unter Corona-Vorbehalt. Ein paar personelle Ausfälle und die Mehrheiten sind futsch.

Die Autobahnabfahrt ist ein wichtiges Einfalltor zur Stadt – aber wahrlich kein Aushängeschild. Die Straßenränder sind vermüllt – gerade rund um die illegalen LKW-Parkplätze. Den Truckern bleibt angesichts überfüllter Rastplätze oft gar nichts anders übrig, als in der Walachei ohne geeignete Infrastruktur ihre Zwangspausen einzulegen. Ein örtlicher Unternehmer hat sich hilfesuchend an die HZ gewandt, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Denn bei Hessen-Mobil sagte man ihm nur lapidar, die Stadt sei zuständig – das alte „Schwarzer-Peter-Spiel“. Aber egal wie: Der Dreck muss weg!

Am 1. Mai ist ein ganz besonderer Tag für Bad Hersfeld: Vor 500 Jahren hat Martin Luther auf seinem Weg von Worms zur Wartburg in der Stadt gepredigt – der Rest ist Geschichte. Um an dieses Datum zu erinnern, hatte die „Luther-Runde“ um die beiden Pilger-Führer Michael Adam und Rainer Schade eine Pilgertour rund um die Stadt geplant. Doch schweren Herzens musste wegen der Corona-Unwägbarkeiten das Vorhaben abgesagt werden. Aber wer weiß, vielleicht geschieht ja ein Wunder und es regnet Impfstoff vom Himmel ... (Kai A. Struthoff)

Rubriklistenbild: © LUDGER KONOPKA

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