Neue kaufmännische Leiterin der Hersfelder Festspiele

Potenzial statt Probleme: Montagsinterview mit Andrea Jung

Gespannt auf den Festspielsommer: Andrea Jung, die neue kaufmännische Leiterin des Theaterbetriebs in Bad Hersfeld. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Seit Beginn dieses Jahres ist Andrea Jung bei den Bad Hersfelder Festspielen für das Finanzielle zuständig. Als Nachfolgerin von Stefan Pruschwitz hat die Frankfurterin die kaufmännische Geschäftsführung wie auch die Leitung des städtischen Fachbereichs Kultur übernommen.

Wir sprachen mit ihr über schnelles Einarbeiten, die Festspiel-GmbH und die besondere Atmosphäre rund um die Stiftsruine.

Frau Jung, Sie hatten in der Haushaltssitzung des Haupt- und Finanzausschusses auf jede Frage der Parlamentarier die passende Antwort. Haben Sie in den vier Wochen seit Ihrem Dienstbeginn einen Crashkurs Festspiele absolviert?

Andrea Jung: Ja, ich musste mich in der Tat sehr schnell einarbeiten. Das ist aber auch mein Beruf, schnell in ein Thema einzusteigen, ein Projekt zu erfassen, sich mit den Zahlen vertraut zu machen und Verständnis für die wirtschaftlichen Abläufe zu entwickeln.

Mit welchen Themen haben Sie sich in der ersten Zeit vordringlich beschäftigt?

Jung: Mit sehr vielen, naturgegebenermaßen. Im Prinzip hat man es in meiner Position mit zwei Bereichen zu tun, das sind die Einnahmenseite und die Ausgabenseite, und letztendlich fällt jedes Unterthema in den einen oder anderen Bereich. Das heißt, ich beschäftige mich bei den Einnahmen mit Ticketing, Sponsoring, Partnern und Förderern, bei den Kosten mit den Produktionen, dem Personal, dem Marketing und den Spielstätten. Sie müssen sich also relativ schnell ein Bild von der Gesamtsituation machen, um das Budget unter Kontrolle zu haben.

Haben Sie dabei schon Problempunkte erkannt, an denen Sie unverzüglich arbeiten müssen?

Jung: Ich würde es nicht als Problempunkte bezeichnen, aber es gibt Manches mit dem Potenzial für Verbesserungen. Das ist zum Beispiel der Bereich Sponsoring und Partnerakquise. Da könnte man einiges mehr erreichen. Das gilt auch für die Wahrnehmung und Kundengewinnung der Festspiele über die Region hinaus. Und mit einem Intendanten wie Dieter Wedel hat man da einen Türöffner.

Sie haben im Ausschuss ja die Diskussion über das liebe Geld mitbekommen. In diesem Zusammenhang geht es immer auch um die Ausgründung der Festspiele in eine gemeinnützige GmbH. Was halten Sie davon?

Jung: Ich glaube, die gGmbH ist weniger eine Lösung für die Finanzen, denn auch da muss das Budget eingehalten werden, sonst droht die Insolvenz. Aber ich glaube, die gGmbH würde uns in der Dynamik viele Möglichkeiten öffnen. Das fängt schon mit dem Wirtschaftsjahr an, denn die Festspielsaison differiert nun einmal vom Haushaltsjahr der Stadt, das von Januar bis Dezember dauert. Wir würden hingegen Oktober bis September als unsere Saison definieren, könnten dann Prozesse effizienter gestalten und hätten etwas mehr Freiraum für kurzfristige Entscheidungen. Ich halte das für sinnvoll. Es ist ja von vielen Theatern vorgelebt, die sich bereits in diese Gesellschaftsform begeben haben. Also sprechen wichtige Faktoren für eine Ausgründung. Aber es ist kein Thema, das man erzwingt, sondern ein Prozess, für den man sich Expertise einholt und zu dem man sich kompetent beraten lässt - und das tun wir.

Sie haben in vielen großen Städten gearbeitet, zu denen Bad Hersfeld definitiv nicht zählt. Was hat Sie dennoch gereizt, hierher zu kommen?

Jung: Zum einen ist es die sehr traditionsreiche Veranstaltung, die soviel Rückhalt vor Ort findet. Das ist positiv und charmant. So etwas auf der anderen Seite aufzugreifen und zu entwickeln mit einem Intendanten wie Dieter Wedel, der ja einigen frischen Wind in die Festspiele gebracht hat, das finde ich ein ganz spannendes Umfeld und eine große Herausforderung. Dieser stelle ich mich sehr gerne!

Sind Sie denn schon mal als Zuschauer bei den Festspielen gewesen?

Jung: Ja, als Frankfurterin bin ich hier schon zu Gast gewesen. Außerdem habe ich in Nordhessen Familie, bin also hier durchaus verwurzelt, und habe Aufführungen besucht. Ich habe zum Beispiel „Evita“ mit Helen Schneider gesehen oder „Faust“ mit Rufus Beck und freue mich jetzt darauf, auch mal hinter der Bühne mitzuwirken.

Das vollständige Interview lesen Sie in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper am Montag.

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