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Preis-Schock trifft Familien: Wohnraumhilfe besorgt wegen steigender Energiekosten

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Von: Nadine Meier-Maaz

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Regina Lang von der Wohnraumhilfe.
Regina Lang von der Wohnraumhilfe. © Nadine Meier-Maaz

Immer mehr Menschen sind auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht.

Hersfeld-Rotenburg – Das berichtet Regina Lang, Geschäftsführerin der Wohnraumhilfe Bad Hersfeld, die kürzlich den Jahresbericht für 2021 veröffentlicht hat.

Wobei sich die Situation zuletzt kaum verändert hat. 42 bestehende Betreuungen verzeichnete die gemeinnützige Einrichtung am Stichtag 31. Dezember 2021 – ähnlich viele wie im Vorjahr. Als Lang Mitte 2018 zur Wohnraumhilfe kam, waren es nur 14. Für das erste Halbjahr 2022 fällt die Bilanz mit fast 50 Klienten nun ähnlich aus wie die im vergangenen Jahr. „Die Zahl der Anfragen ist nach wie vor hoch“, sagt Lang auch mit Blick auf die Warteliste, auf der aktuell knapp zehn Betroffene stehen. Angesichts steigender Energiepreise geht die Geschäftsführerin der Wohnraumhilfe zudem davon aus, dass sich die Situation in naher Zukunft noch verschärfen könnte.

Auffällig sei darüber hinaus, dass zunehmend Familien mit kleinen Kindern oder auch Alleinerziehende mit Kindern sowie junge Menschen betroffen seien. Auf Familien seien das Konzept und das Angebot des Vereins bisher jedoch nicht ausgelegt, und eine schnelle Lösung sei diesbezüglich auch kaum möglich, bedauert Lang. Noch keine spürbaren Auswirkungen auf den angespannten Wohnungsmarkt hat Langs Erfahrung nach indes die Aufnahme von ukrainischen Kriegsflüchtlingen im Kreis. Auch der Verein habe erst zwei Anfragen von ukrainischen Flüchtlingen erhalten.

Die meisten Menschen verlieren laut Lang ihre Wohnung, weil sie die Miete nicht mehr zahlen können oder diese erhöht werden soll, aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Eigenbedarf, wobei vielen Betroffenen ihre Rechte als Mieter gar nicht bekannt seien und der Gang zum Anwalt mitunter sinnvoll sei. „Eine Familie mit kleinen Kindern kann man nicht einfach so vor die Tür setzen“, sagt Lang. Zudem bekämen Menschen mit einem Schufa-Eintrag häufig keine Wohnung, auch wenn es sich gar nicht um Mietschulden handele. Nadine Meier-Maaz

Verein und Vorstand fehlt der Nachwuchs

Die Wohnraumhilfe mit Sitz in Bad Hersfeld berät, betreut und begleitet wohnungslose Menschen aus dem ganzen Landkreis mit dem Ziel, ihnen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen. Die Betreuung wird über den Landeswohlfahrtsverband finanziert, alles andere über Spenden, Mitgliedsbeiträge, Geldbußenzuwendungen und Fördermittel. Der Verein beschäftigt zehn Mitarbeiter, zum Großteil 450-Euro- und Teilzeitkräfte, und hat noch rund 45 Mitglieder. Nachwuchs fehlt vor allem für die Vorstandsarbeit, weshalb die Struktur gefährdet ist. nm

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