Gerichtsverhandlung

Prozess gegen 28-Jährigen in Bad Hersfeld: Vorwurf der Vergewaltigung

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Prozess gegen 28-Jährigen in Bad Hersfeld: Vorwurf der Vergewaltigung

Ein 28-Jähriger muss sich in Bad Hersfeld vor Gericht verantworten. Er soll seine Ex-Freundin vergewaltigt haben. 

Mit zwei gegensätzlichen Aussagen sah sich das Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld unter Vorsitz von Richterin Silvia Reidt am Dienstag konfrontiert. Auf der Anklagebank saß ein 28-Jähriger aus München, der seine Ex-Freundin vergewaltigt haben soll, die zum Tatzeitpunkt im östlichen Teil des Kreises Hersfeld-Rotenburg lebte. 

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe jedoch, während die drei Jahre jüngere Frau, die im Prozess als Nebenklägerin auftritt und ebenfalls anwaltlich vertreten wird, bei ihrer Aussage blieb.

Der Angeklagte sitzt zurzeit in Strafhaft

Der Angeklagte war in Polizei-Begleitung im Gerichtssaal erschienen, da er zurzeit eine Strafhaft in anderer Sache absitzt. Laut Anklage soll der Mann seine ehemalige Lebensgefährtin am späten Abend des 1. Juli 2018 vor deren Haustür abgepasst und sie aufgefordert haben, ihn in die Wohnung zu lassen.

Dort soll er ihr Vorhaltungen wegen ihrer Männerbekanntschaften gemacht und sie schließlich mit der Ankündigung, ihr zeigen zu wollen, wie man mit Schlampen umgehe, ins Schlafzimmer gedrängt haben, wo er sie dann zu sexuellen Handlungen gezwungen und gegen ihren Willen auch Geschlechtsverkehr mit ihr gehabt haben soll. 

Vermeintliches Opfer berichtet von Fuchtelei mit einem Küchenmesser

Vor Gericht berichtete die Frau außerdem von einer „Fuchtelei“ mit einem Küchenmesser, die sich bei einem erneuten Zusammentreffen am Tag darauf ereignet habe. Den Sex bestätigte der Angeklagte zwar, präsentierte allerdings eine ganz andere Version der Geschehnisse. Er sprach von einvernehmlichem Verkehr, vielmehr sei die Frau die treibende Kraft gewesen.

Beide waren zuvor mehrere Monate ein Paar gewesen und hatten auch gemeinsam in der besagten Wohnung gewohnt. In der Zeit danach habe es immer wieder mal Kontakt gegeben, wobei auch der Sohn der Frau eine Rolle gespielt habe. Über ihre problematische Beziehung samt Eifersucht und Kontrolle berichteten beide vor Gericht ausführlich. Während der Angeklagte relativ gefasst neben seinem Verteidiger saß, sagte die Nebenklägerin teils unter Tränen aus. Einige Ungereimtheiten konnten sie jedoch nicht aufklären.

Nun soll ein Glaubwürdigkeitsgutachten erstellt werden

Anzeige erstattet hatte die heute 25-Jährige, die eigenen Angaben nach wegen der Geschehnisse in therapeutischer Behandlung ist, zwei Tage nach dem Vorfall, woraufhin die Polizei den Beschuldigten in Bad Hersfeld festnahm und in der Wohnung mögliche Spuren sicherte.

Das Verfahren am Dienstag wurde letztlich ausgesetzt, um ein Glaubwürdigkeitsgutachten einzuholen. Auch die noch nicht gehörten Zeugen müssen dann erneut antreten.

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