Auf Parkplatz einer Behindertenwerkstatt 

Prozessauftakt: Busfahrer soll mehrere Kinder missbraucht haben

Bad Hersfeld. Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und des Besitzes kinderpornografischer Schriften muss sich seit Montag ein 57-jähriger Mann aus Lauterbach vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld verantworten.

Der Angeklagte gab beim Prozessauftakt an, sich zu den Vorwürfen äußern zu wollen und entschuldigte sich für die Taten, die ihm "furchtbar leid" täten.

Insgesamt acht "Handlungen" zwischen Juni 2016 und Januar 2017 wirft Staatsanwältin Heike Meeuw-Wilken dem Mann vor, der seit 28. Januar 2017 in einer hessischen Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft sitzt. 

In Handschellen wurde der kleine unscheinbar wirkende Mann nun ins Amtsgericht Bad Hersfeld gebracht. Der 57-Jährige wurde in Hünfeld geboren und lebte zuletzt in Lauterbach. Er hat mehrere erwachsene Kinder und ist geschieden. 

Laut Anklage soll der Mann Kinderpornografie hergestellt und besessen sowie sexuelle Handlungen an Kindern und einer Person unter 14 Jahren vorgenommen haben. 

Vor seiner Verhaftung hatte der Busfahrer für einen Betrieb im Landkreis gearbeitet, und Kinder zu einer Kindertagesstätte in Bebra-Solz gebracht. Während dieser Fahrten soll der Angeklagte im Oktober 2016 unter anderem auch ein fünf Jahre altes Flüchtlingsmädchen missbraucht haben. Dafür soll er mit dem Bus auf den Parkplatz einer Behindertenwerkstatt gefahren sein, wo er dann mit seinem Handy Fotos und ein Video vom entblößten Unterkörper des Kindes machte und dieses auch unsittlich berührte, was ebenfalls im Bild zu sehen ist, wie die Staatsanwältin berichtete. 

Als er im Januar 2017 schließlich weitere Fotos von einem vier Jahre alten Mädchen machte, kamen die Ermittlungsbehörden dem Mann auf die Schliche. Das Kind hatte den Vorfall seinen Eltern geschildert, woraufhin die Wohnung des Angeklagten durchsucht und der 57-Jährige festgenommen wurde. Auf einem Laptop wurden laut Anklage 649 eindeutige kinderpornografische Bild- und Videodateien gefunden, deren Inhalte erschüttern.

Weitere Missbrauchsfälle, die dem Angeklagten zur Last gelegt werden, sollen sich im Sommer und Herbst 2016 ereignet haben. So soll der Busfahrer auch die damals siebenjährige Tochter von Bekannten in seine Wohnung gelockt haben, wo er das Kind aufforderte sich mit nacktem Unterkörper auf sein Bett zu legen. Anschließend soll er Fotos gemacht und vor dem Kind onaniert haben.

Zum Prozessauftakt wurden jetzt lediglich Personalien verglichen, die Anklage verlesen, das Gutachten eines Sachverständigen ausgehändigt und weitere Termine angesetzt. Als Nebenkläger treten die Eltern betroffener Kinder auf. 

Fortgesetzt werden soll die Verhandlung am 31. Juli und 1. August dieses Jahres. Der Angeklagte beantragt, bei seiner Aussage die Öffentlichkeit auszuschließen.

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Rubriklistenbild: © dpa-avis

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