Ministerium: Tier starb nach Unfall

Rehwalds rätselhafter Rehriss: Jagdpächter zweifelt Untersuchung an

+
Abstrich: Aus den Verletzungen am Hals des Rehs wurden beim Veterinäramt in Bad Hersfeld DNA-Proben genommen.

Jetzt ist es wohl amtlich: Das am 20. Februar auf einem Feld am Ortsrand von Kathus leblos und aufgerissen aufgefundene Reh ist dort nach Meinung der Fachleute verendet.

Bad Hersfeld / Lispenhausen – Das am 20. Februar auf einem Feld am Ortsrand von Kathus leblos und aufgerissen aufgefundene Reh ist dort nach Meinung der Fachleute verendet.

Wie es aus dem Umweltministerium heißt, ist das Tier auf einer Straße in der Umgebung bei einem Zusammenprall mit einem Kraftfahrzeug schwer verletzt worden und hat sich demnach noch bis zur Fundstelle in unmittelbarer Nähe zum Forsthaus Kathus geschleppt. Dort ist das tote Tier dann von einem Wolf aufgerissen und zu einem großen Teil aufgefressen worden.

Der Kehlbiss, den Jagdpächter Werner Rehwald aus Lispenhausen als todesursächlich vermutet hat, ist laut Fachleuten erst an dem Leichnam gesetzt worden. Zu diesem Schluss ist nach Angaben von Annette Zitzer, Pressesprecherin im Wiesbadener Umweltministerium, eine Pathologin im Landeslabor in Gießen gekommen.

In den Wochen zuvor hatte gerade dieses Landeslabor Raum für Spekulationen gelassen, da die Todesursache nicht exakt festgestellt wurde und die eingereichten DNA-Proben zunächst überhaupt nicht ausgewertet worden waren.

Die Spurenlage: Für Jagdpächter Werner Rehwald aus Lispenhausen deuten die von ihm entdeckten Haarreste (Bildmitte rechts) darauf hin, dass es zwischen Reh und Wolf zu einem Kampf gekommen sein muss. Das widerspricht den Untersuchungsergebnissen der Gießener Fachleute.

Erst, als aus dem Umweltministerium die Nachricht verbreitet wurde, Schwarzwild habe an dem toten Tier gefressen, hakte Jagdpächter Rehwald noch einmal nach und forderte die DNA-Auswertung. Diese DNA-Spuren waren einen Tag nach dem Auffinden des Rehs von einer Biologin aus dem Wildpark Knüll beim Veterinäramt in Bad Hersfeld aus den Bissstellen am Hals des Rehs genommen und zusammen mit dem Kadaver ins Landeslabor nach Gießen gebracht worden.

Genau diese Umstände sind es, die Werner Rehwald weiter an den Ergebnissen aus Gießen zweifeln lassen. „Das Reh hat definitiv noch gelebt und ist von dem Wolf am hinteren linken Oberschenkel gepackt und dann durch einen Kehlbiss getötet worden. Alle Spuren waren frisch und die Totenstarre war auch noch nicht eingetreten. Die gesamte von mir dort vorgefundene Spurenlage lässt keinen anderen Schluss zu“, so der Jagdpächter.

Er selbst habe mit bloßem Auge keinerlei Spuren an dem Reh festgestellt, die von einem Zusammenprall mit einem Kraftfahrzeug hätten herrühren können. Zudem sei die nächste stark befahrene Straße mindestens 2,5 Kilometer vom Fundort entfernt. „Und warum sollte der Wolf einen Kehlbiss setzen, wenn das Reh schon tot gewesen ist?“ Eine Frage, die wohl nicht mehr beantwortet wird.

Wie auch immer nun das Reh bei Kathus sein Leben aushauchte. Fakt ist, dass der Wolf wieder in der Region unterwegs ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.