Grunwald plant Bürgerversammlung

Rotenburgs Bürgermeister will Antworten vom Kreis zur HKZ-Verlagerung

Das Foto zeigt das Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ) in Rotenburg
+
Wie geht es weiter mit dem HKZ in Rotenburg? Das will nicht nur Bürgermeister Christian Grunwald endlich vom Kreis wissen.

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald will endlich Antworten von Kreis haben, wie es mit dem Herz- und Kreislaufzentrum weitergeht. Er plant dazu eine Bürgerversammlung.

Hersfeld-Rotenburg – In Christian Grunwald, dem Bürgermeister von Rotenburg und CDU-Kreistagsmitglied, muss es schon lange gebrodelt haben. Am Montag war es dann soweit. Der 44-Jährige nutzte einen Antrag der AfD, um sich im Kreistag seinen Frust und den vieler Rotenburger von der Seele zu reden.

Erst hatte er mit seinem Parteifreund Andreas Börner im Oktober 2020 im Kreistag dafür geworben, einen möglichen Neubau einer Herzklinik in Kooperation mit dem Kreiskrankenhaus am Standort Rotenburg prüfen und der geplanten HKZ-Verlagerung nach Bad Hersfeld gegenüberstellen zu lassen. Abgelehnt. Dann verfasste das Stadtparlament in der Fuldastadt mehrere Resolutionen an den Kreistag. Die Politiker sorgen sich um den Abbau der bestehenden Gesundheitsversorgung, um die damit einhergehenden wirtschaftlichen Auswirkungen für die Region und um die mehreren hundert Mitarbeitender oben auf dem Rodenberg. Eine Antwort haben sie auf ihre Fragen laut Grunwald jedoch bislang nicht erhalten.

Nun, als die AfD durch ihren Fraktionsvorsitzenden Dr. Kurt Gloos per Antrag den Kreisausschuss auffordern wollte, ein Konzept „zur weiteren Verwendung der Immobilien und des Inventars“ des HKZ vorzulegen, machte Grunwald seinem Ärger Luft und holte zum verbalen Rundumschlag aus: „Ist es wirklich der Ernst der AfD, einen solchen Antrag zur Abwicklung von Infrastruktur und Inventar ohne jedwede Empathie für die Menschen vor Ort einzubringen?“

Dieser Antrag, so der Christdemokrat, sei sinnbildlich für den Umgang des Kreistags mit der Stadtpolitik und den Menschen in Rotenburg: „Eine Einbeziehung der Menschen oder gar der kommunalen Gremien findet so gut wie nicht statt.“ Die Stadtverordneten hätten mehrere Resolutionen zur geplanten HKZ-Verlagerung an den Kreistag geschrieben „und hier interessiert das niemanden“, so Grunwald. Noch nicht mal eine Eingangsbestätigung hätten sie erhalten.

Grunwald forderte, „dass dieser Landkreis mit seinen institutionellen Vertretern und auch dieser Kreistag anfängt, den Menschen und nicht den Gebäuden Antworten auf die Fragen zur Perspektive der Gesundheitsversorgung und der Stärkung der Stadt und der Region für eine mögliche Zeit nach einem HKZ in Rotenburg zu geben.“ Um diese Antworten zu bekommen, lud Grunwald den neuen Landrat Torsten Warnecke (SPD) sowie die Geschäftsführung des Klinikums zu einer Bürgerinformationsveranstaltung „gerne Richtung Jahresende oder Jahresanfang 2022“ nach Rotenburg ein.

Warnecke, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des kommunalen Klinikverbunds, nahm Grunwalds Einladung im Kreistag prompt an: „Selbstverständlich würde ich zu einer Bürgerversammlung kommen.“ Der Sozialdemokrat pflichtete Grunwald auch in einem Punkt bei: Der AfD-Antrag sei in der Form unangebracht, weil er suggeriere, das HKZ sei bereits im Untergang begriffen. „In Wahrheit steht doch noch nicht mal fest, dass das HKZ wirklich nach Bad Hersfeld kommt“, so der Landrat mit Blick auf das erhoffte, aber noch nicht bewilligte Fördergeld für den im vergangenen Jahr von der Gesellschafterversammlung beschlossenen Radikalumbau. „Es geht jetzt nicht um die Nachnutzung. Es geht jetzt um die Nutzung“, so Warnecke.

Der Landrat appellierte an die AfD, den Antrag zurückzuziehen. Die Fraktion hielt aber daran fest – und verlor die Abstimmung bei vier Ja-Stimmen (AfD) und 54 Nein-Stimmen (alle anderen Fraktionen). (Sebastian Schaffner)

Mehr über die Sitzung des Kreistags lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der HNA und der Hersfelder Zeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.