Kolumne

Zwischen den Zeilen: Eine Wahl, eine Bilanz und ein Festmahl to go

Nadine Meier-Maaz
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Nadine Meier-Maaz

Um Ruhe und Besinnlichkeit zur Weihnachtszeit geht es heute in der Kolumne „Zwischen den Zeilen“.

Weihnachten verbinden viele Menschen mit Ruhe und Besinnlichkeit, auch wenn es dann oft doch wieder hektisch wird, weil noch Geschenke fehlen, der Supermarkt zu voll ist oder es schon vor dem Essen Streit gibt. Fast zu ruhig und besinnlich scheint es jedoch derzeit in Hauneck zuzugehen. Dort wird am 16. Januar ein neuer Bürgermeister gewählt – von Wahlkampf, Plakaten und Flyern aber noch keine Spur.

Große Infoveranstaltungen in allen Bürgerhäusern sind coronabedingt kaum möglich, das ist klar. Und über den Sinn von teuren Plakaten, die erst auf- und kurze Zeit später wieder abgehängt werden müssen, kann man trefflich diskutieren. Doch ist eben auch nicht jeder Bürger im Internet unterwegs, um sich dort aktiv selbst schlauzumachen. Wenigstens ein bisschen Wahlwerbung muss doch drin sein. Nicht, dass über Weihnachten, Silvester und Neujahr die kurz nach den Ferien stattfindende Wahl noch vergessen wird ....

Erst kürzlich soll sich eine ältere Bürgerin im Haunecker Rathaus gezielt nach Informationen über die Kandidaten – Stephan Bolender und Thomas Kranz – erkundigt haben. Das ist a) zwar weder Aufgabe der Verwaltung, noch gab es b) dort Wahlbroschüren. Aber: Wie man hört, hat eine nette Mitarbeiterin der Dame dann die Kandidatenporträts unserer Zeitung kopiert. Und wenn Corona uns keinen Strich durch die Rechnung macht, werden Sie, liebe (Haunecker) Leserinnen und Leser, sich eine Woche vor der Bürgermeisterwahl dann auch bei einem Leserforum mit Diskussionsrunde an der frischen Luft noch einen Live-Eindruck von den Anwärtern machen können. Vielleicht hat bis dahin ja auch der Wahlkampf doch noch Fahrt aufgenommen.

Fahrt aufgenommen hat seit der Programmvorstellung Ende November jedenfalls der Ticketverkauf für die 71. Bad Hersfelder Festspiele im kommenden Jahr. Konkrete Zahlen geben die Theatermacher zwar nicht raus, aber so viel wird verraten: Man sei sehr zufrieden und der Vorverkauf im Weihnachtsgeschäft laufe bisher sogar noch etwas besser als vergangenes Jahr. Ein Bild machen kann sich jeder im Onlineshop der Festspiele: Die Premiere von „Notre Dame“ ist bereits restlos ausverkauft, und auch für die Premiere von „Volpone“ am Schloss Eichhof gibt es fast keine Karten mehr. Die mittig gelegenen Plätze für die beiden Wiederaufnahmen – „Der Club der toten Dichter“ und das Musical „Goethe!“ – sind an einigen Tagen ebenfalls schon verkauft. Aber keine Sorge: Wer jetzt noch Festspielkarten zu Weihnachten verschenken möchte, hat immer noch ausreichend Möglichkeiten.

Wenig Ruhe vorm Fest gönnt sich seit vielen Jahren Karsten Hess vom gleichnamigen Landgasthof in Neuenstein-Aua. Als hätten die meisten Gastwirte rund um die Feiertage nicht ohnehin gut zu tun, bereitet der Inhaber und Küchenchef an Heiligabend immer noch ein ganz besonderes Menü zu: Nämlich für die traditionelle Weihnachtsfeier der Bahnhofsmission in Bad Hersfeld für Wohnungslose, Alleinstehende und Menschen mit geringem Einkommen. Rund 40 Personen waren 2019 zusammengekommen, der Bedarf ist da. In diesem Jahr muss die Feier leider erneut ausfallen, ein Festessen gibt es trotzdem. Hess hat ein Menü zum Mitnehmen vorbereitet, mit Schweinebraten, Klößen, Rotkohl und Pudding. Die gemeinsame Runde mit Gesang und Geschichten kann es nicht ersetzen, aber ein Zeichen setzen. Eine verdienstvolle Aktion, die es schon seit über 30 Jahren gibt! Denn auch wenn sich über Geschenke wohl fast jeder freut, geht es zu Weihnachten doch eigentlich um Nächstenliebe. Und nicht jedem ist das Glück vergönnt, das Fest der Liebe mit Familie und Freunden, Geschenken und einem geschmückten Baum zu verbringen. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten! (Nadine Meier-Maaz)

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