Handgreiflichkeiten an Bushaltestelle - Türsteher mit Messer bedroht

Junge Männer nach Handgreiflichkeiten an Bushaltestelle vor Gericht

Bad Hersfeld. Eine gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung wurde drei jungen Männern aus Afghanistan am Montag vor dem Jugendschöffengericht in Bad Hersfeld vorgeworfen.

Nach der Beweisaufnahme wurde das Verfahren gegen zwei Angeklagte jedoch eingestellt.

Die handgreifliche Auseinandersetzung vom 8. März vergangenen Jahres mit einem gleichaltrigen Landsmann an der Bushaltestelle Breitenstraße erwies sich zumindest im ersten Teil als vergleichsweise harmlos. Noch im Bus hatte sich ein 18-Jähriger, der sich erfolglos um die Gunst eines Mädchens bemüht hatte, wegen spöttischer Bemerkungen ("Schatzi, Schatzi") mit einer Ohrfeige revanchiert. Jeweils 50 Euro Schadenswiedergutmachung für eine zerrissene Jacke und einen zu Bruch gegangenen Kopfhörer mussten noch im Gerichtssaal berappt werden - dann war der Prozess in diesem Teil beendet.

Für den Schläger aus dem zweiten Vorfall wurde es dann noch ein langer Nachmittag: Er hatte sich schon im Januar mit dem Türsteher einer Bad Hersfelder Disco angelegt, der ihn auch nicht „nur mal kurz“ einlassen wollte, ohne dass der übliche Eintritt bezahlt worden wäre. Nach Schubsern und Schlägen wurde der Afghane nach draußen bugsiert, kehrte jedoch kurz darauf mit einem Messer zurück. Der Türsteher setzte sich mit einem Kleiderständer zur Wehr, so dass der Angreifer überwältigt werden konnte.

Der Diebstahl von zwei Getränkedosen in Frankfurt, bei dem der 18-Jährige ebenfalls bewaffnet war, kam als weiterer Anklagepunkt hinzu.

Weil der junge Mann mittlerweile zur Besinnung gekommen ist und eine Berufsorientierung absolviert, aber schädliche Neigungen fraglos vorhanden waren, tat sich das Gericht mit einem Urteil nicht leicht: Sieben Monate Jugendstrafe auf Bewährung sollen ihn zu einem straffreien Leben motivieren, zumal er im April erneut vor Gericht steht. (ks)

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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