Viele Veranstaltungen abgesagt

Schilde-Halle in Bad Hersfeld leidet an Corona

Die Schilde-Halle in Bad Hersfeld:.
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Die Schilde-Halle in Bad Hersfeld: Die alte Industriehalle besticht mit ihrem ganz besonderen Charme. Aber wie die gesamte Veranstaltungsbrache ist auch diese Halle durch Corona ein wenig in Schieflage geraten.

Wie die gesamte Veranstaltungsbranche so leidet auch die Schilde-Halle in Bad Hersfeld unter der Corona-Pandemie. Trotzdem kämpft die Stadt darum, die Halle so oft wie möglich zu vermieten.

Bad Hersfeld – „Im September war die Halle zu zwei Dritteln ausgebucht. Auch der Oktober sah zunächst noch ganz gut aus und versprach eine Auslastung von etwa 40 Prozent. Jedoch sind aufgrund der unsicheren Lage wieder einige abgesprungen“, berichtet der Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsbetriebe Christian Scholz, der sich nach dem Weggang von Hallenmanagerin Anne Groß um die Halle kümmert.

Bundesweit habe die Branche einen Einbruch bei Kongressen, Veranstaltungen und Tagungen um 70 Prozent verzeichnet, heißt es aus dem Rathaus. Kunden planten nur sehr kurzfristig. Teilweise würden Veranstaltungen erst vier Wochen vorher angefragt und zwei Wochen vorher beauftragt.

Hinzu kommt, dass sich auch viele Dienstleister im Bereich Technik, Messebau und Catering neu orientiert hätten. Deshalb fehlt oft auch Personal. „Wir geben seit der Krise allen Kunden in unserem Rahmen jegliche Freiheiten in den Verträgen, sodass die Hemmschwelle zur verbindlichen Buchung gering bleibt, erklärt Christian Scholz. Zudem seien auch die Oberlichter umgebaut worden, um eine bessere Belüftung durch genauere Steuerung zu ermöglichen

Kümmert sich um die Schilde-Halle: Der Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Christian Scholz.

In diesem Jahr wurden nach Auskunft der Stadt bis jetzt knapp 60 Anfragen bearbeitet. Viele davon erst ab Juni, da seitdem das Infektionsgeschehen zurückging. Davor waren Veranstaltungen in Präsenz faktisch verboten. Er danach lief das Geschäft wieder an, unter anderem mit der Veranstaltung „Go-Create“, einem einwöchigen Event eines Gartengeräteherstellers und zuletzt auch mit der Hochzeitsmesse (HZ berichtete). „Seit Beginn der Pandemie konnten wir das DRK-Blutspendenteam für uns gewinnen. Seither machen wir monatlich einen Tag Blutspende bei uns, was auch bei den Spendern auf Grund der Optik der Halle und der Lage sehr gut ankommt. Gespräche über eine längerfristige Zusammenarbeit sind angelaufen“, berichtet Scholz. In Planung sei zudem ein mehrtägiges Event eines Lkw-Herstellers in der Schilde-Halle.

Bei der Vermarktung kooperiere die Stadt schon seit 2019 mit einem externen Veranstaltungsmanagement. Diese Zusammenarbeit sei nach dem Weggang von Anne Groß weiter gefestigt worden und sichere die projektorientierte Planung und Umsetzung von Veranstaltungen. Auf Anfragen könne im Regelfall in wenigen Werktagen reagiert werden. Zudem sei die Schilde-Halle auf „allen branchenüblichen Kanälen gelistet“. Die vierte Corona-Welle belastet nun aber wieder das Geschäft. „Der sonst mit Weihnachtsfeiern gefüllte Dezember steht noch in den Sternen, da viele Firmen von Weihnachtsfeiern in Innenräumen Abstand nehmen, seit derzeit noch nicht klar ist, wie sich das Infektionsgeschehen über den Winter entwickelt“, bedauert Scholz.

Neue Impulse erhoffe man sich von dem neuen Hotel, dass der VR-Bankverein am Schilde-Park baut und für das die Arbeiten inzwischen begonnen haben (wir berichteten). „Eine fußläufige Übernachtungsmöglichkeit sehen wir im Hinblick auf das Tagungs- und Firmengeschäft, vereinzelt auch bei Konzerten, schon als günstigen Vermarktungsaspekt an“, erklärt Christian Scholz. Deshalb habe sich Bürgermeister Thomas Fehling beim VR-Bankverein für das Hotelprojekt starkgemacht.

Fehling selbst will dem Vernehmen nach in seiner Haushaltsrede in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend auch auf die weitere Vermarktungsstrategie und seine Pläne zur personellen Neuordnung des Bereichs eingehen. (Kai A. Struthoff)

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