Angeklagter musste sich wegen drei Taten verantworten

Schlägerei beim Weinfest: 20-Jähriger aus Bad Hersfeld vor Gericht 

Bad Hersfeld. Zu zwei Jahren auf Bewährung ist am Montag ein 20-Jähriger aus Bad Hersfeld verurteilt worden. Der Mann, der kein unbeschriebenes Blatt ist, musste sich gleich wegen drei Vorfällen vorm Jugendschöffengericht verantworten.

Im Juli 2016 war er zusammen mit einem gesondert verfolgten weiteren Täter in eine Schlägerei auf dem Weinfest in der Kreisstadt verwickelt, in dessen Folge ein Opfer am Boden liegend getreten worden sein soll. Einen Schlag gab der Angeklagte gleich zu Beginn der langen Verhandlung auch zu, getreten haben wollte er aber nicht. Die Aussagen diverser Zeugen gingen diesbezüglich auseinander. Auch die genauen Hintergründe der Eskalation blieben unklar. Alles sei sehr schnell gegangen.

Am Lolls-Montag vergangenen Jahres versuchte der Hersfelder vor der Polizei zu flüchten, der im Stiftsbezirk Randalierer gemeldet worden waren. Dabei rannte er eine junge Bereitschaftspolizistin um, die einen Schienbeinbruch erlitt und deshalb immer noch krankgeschrieben ist.

Nur vier Tage später dann der nächste Vorfall bei einer Personenkontrolle: Ohne konkrete Warnung soll der Angeklagte einem Polizisten eine Smartphone-Attrappe überlassen haben, die als Elektroschocker genutzt werden konnte. Beim Bedienen des vermeintlichen Handys erlitt der Polizeibeamte einen Stromschlag.

Verurteilt wurde der 20-Jährige, der demnächst eine Stelle als Lagerarbeiter antreten will, schließlich wegen gefährlicher Körperverletzung, fahrlässiger Körperverletzung, Verstoß gegen das Waffengesetz und Körperverletzung. Von einem „orientierungslosen jungen Menschen“, der langfristig Unterstützung benötige, hatte die Jugendgerichtshilfe gesprochen.

Dem 20-Jährigen wird ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt, außerdem soll er ein Anti-Aggressionstraining besuchen und 1200 Euro Schmerzensgeld an die Polizistin zahlen. In ihrer Urteilsbegründung fand Richterin Michaela Kilian-Bock deutliche Worte in Richtung des Angeklagten. Das Urteil sei eine faire Chance. 

Rubriklistenbild: © dpa

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