Sozialstunden für vier junge Männer

Schlägerei in Shisha-Bar: Verfahren gegen Arbeitsauflagen eingestellt

+
Schlägerei in Shisha-Bar: Verfahren eingestellt

Das Verfahren wegen einer Schlägerei in einer Shisha-Bar am Bad Hersfelder Bahnhof ist eingestellt worden. Vier junge Männer müssen Sozialstunden ableisten.

Das, was vier jungen Männern, die sich am Dienstag wegen gefährlicher Körperverletzung vor Strafrichter Elmar Schnelle im Amtsgericht Bad Hersfeld verantworten mussten, vorgeworfen wurde, klang zunächst heftig.

Letztlich war das Verschulden laut Richter Schnelle aber offenbar „nicht so groß“, und auch die Opfer schienen ihrerseits kein großes Interesse an der Strafverfolgung zu haben. Das Verfahren wurde somit gegen Arbeitsauflagen eingestellt.

Darum ging es:

Die vier Männer aus Bad Hersfeld und Lahnau waren nach einer Auseinandersetzung in einer Shisha-Bar am Bad Hersfelder Bahnhof wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

In der Nacht vom 10. März auf den 11. März 2018 kam es demnach um 2.55 Uhr zum Streit zwischen den Angeklagten und zwei Geschädigten. Auslöser soll eine obszöne und rassistische Beleidigung eines der beiden Opfer, das stark alkoholisiert war, gegenüber einer als Zeugin geladenen Frau gewesen sein, welche sich auf die Angeklagten, die einen Migrationshintergrund haben, bezogen haben soll.

Beschuldigte haben wechselseitig auf sie eingeschlagen 

Bei dem Versuch, die beiden Geschädigten aus der Bar zu drängen, soll es laut Anklage dann zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein, wobei die vier Angeklagten wechselseitig auf die Geschädigten eingeschlagen und eingetreten hätten.

Ein Geschädigter erlitt eine Prellung des Thorax und des Schädels sowie Kopfplatzwunden, eine Fraktur und eine Fissur in der linken Hand und eine Nasenbeinfraktur. 

Der zweite trug Hämatome an beiden Ellenbogen und Unterarmen sowie an der rechten Stirnseite davon, überdies Abschürfungen an der linken Stirn und an den Händen sowie eine Kopfplatzwunde, hieß es.

Es waren elf Zeugen geladen. Schon nach kurzer Zeit der Beweisaufnahme habe sich laut Richter Schnelle aber zum Einen herausgestellt, dass die Geschädigten die Auseinandersetzung mit üblen Beleidigungen selbst angezettelt hätten. 

Opfer erschienen nicht zur Verhandlung 

Zum Anderen waren beide Opfer zur Verhandlung nicht erschienen. Der eine Zeuge sei nicht auffindbar gewesen, der andere habe unentschuldigt gefehlt. Auch sei der Arzt nicht von seiner Schweigepflicht entbunden worden.

Die noch nicht gehörten Zeugen, darunter zwei Polizisten, wurden schließlich, ohne aussagen zu müssen, entlassen. Freudige Gesichter gab es daraufhin auf der Anklagebank. Über die Art der Arbeitsauflage (Sozialstunden) entscheidet nun die Gerichtshilfe. 

Quelle: Hersfelder Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.