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Schöffengericht Bad Hersfeld: 45-Jähriger verhökerte Grills und fälschte Hotelrechnungen

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Von: Mario Reymond

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Amtsgericht Bad Hersfeld
Amtsgericht Bad Hersfeld © Carolin Eberth

Zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung ist jetzt ein 45 Jahre alter Mann aus der Nähe von Rosenheim vom Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld verurteilt worden.

Bad Hersfeld – Dabei ging es in 18 Fällen um gewerbsmäßige Untreue und in 17 Fällen um gewerbsmäßigen Betrug.

Der Mann hatte als Vertriebsmitarbeiter bei Grillfürst in Bad Hersfeld zwischen Mai 2016 und November 2017 in 18 Fällen Grills an Kunden verkauft und danach die verkaufte Ware im Kassensystem wieder storniert. Dadurch war seinem Arbeitgeber ein Schaden in Höhe von 22 015,37 Euro entstanden.

Dieses Geld hatte der 45-Jährige bereits nach einem Arbeitsgerichtsprozess anteilig wieder zurückgezahlt. Die bei seiner Verhaftung sichergestellte Summe von 12 045 Euro geht nun ebenfalls an Grillfürst, sodass dieser finanzielle Schaden beglichen ist.

Noch offen dagegen sind 2705,50 Euro bei der Firma Rotpunkt. Dieser Geldbetrag ist in 17 Fällen zusammengekommen, bei denen der Angeklagte Hotelrechnungen gefälscht hatte. Er war für den Niederaulaer Thermoskannenhersteller als Vertriebsleiter auch im Außendienst tätig. Statt tatsächlich in Hotels zu übernachten, hatte er in 17 Fällen zwischen 2017 und 2020 bundesweit immer wieder in seinem Auto geschlafen, allerdings die falschen Hotelrechnungen bei seinem Arbeitgeber eingereicht und sich erstatten lassen.

Da Rotpunkt die 2705,50 Euro bisher noch nicht zurückgefordert habe, wurden sie als zahlungsoffen in das Urteil eingefügt. Die Bewährungszeit für den 45-Jährigen beträgt überdies drei Jahre. Ihm wird ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Jeden Wohnsitzwechsel muss er angeben und insgesamt 1200 Euro an die Aktion „Deutschland hilft“ überweisen.

Die relativ milde Strafe resultiert aus einem vollumfänglichen Geständnis, sodass der Prozess bereits am ersten von drei anberaumten Verhandlungstagen abgeschlossen werden konnte. Staatsanwältin Franziska Kircher hatte während ihres Plädoyers ebenfalls die später vom Gericht beschlossene Strafe gefordert. Bei der finanziellen Unterstützung einer gemeinnützigen Organisation hatte Kircher 2000 Euro gefordert.

Keine Geldauflage hatte Verteidiger Reiner Hüttseifer vorgesehen, damit sein Mandant, der bei einem Möbelhaus nun 1700 Euro netto verdient, nicht wieder in finanzielle Nöte gerate. Zudem hatte Hüttseifer eine Strafe von einem Jahr auf Bewährung als angemessen erachtet. (Mario Reymond)

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