Seit 50 Jahren Schwimmlehrer

Jochen Kornder hat rund 12.000 Kindern das Schwimmen beigebracht

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In seinem Element: Jochen Kornder im Aqua Fit, wo er noch immer seine morgendlichen Bahnen schwimmt.  

Bad Hersfeld. Er ist seit 50 Jahren Schwimmlehrer. Jochen Kornder aus Bad Hersfeld hat in dieser Zeit rund 12.000 Kindern das Schwimmen beigebracht. 

Umherspritzendes Wasser, sich im Becken tummelnde Kinder, glückliche Gesichter: Das ist die Welt von Jochen Kornder. Das Schwimmen wurde schon früh zu seiner Leidenschaft, aus den Hersfelder Schwimmbädern ist er nicht mehr wegzudenken.

Seit 1958 lebt er seine Passion beruflich aus. Anfangs als Badewärter und Campingplatzwart des damaligen Naturwasser Strandbads an der Fulda, danach als Schwimmmeister und Lehrer des Geistalbades. Auch an der Errichtung des Hallenbades, heute Aqua Fit, war er beteiligt und holte gut die Hälfte aller Spenden ein, die damals zur Umsetzung des Projekts führten. Nach 35 Dienstjahren ging Jochen Kornder in den Ruhestand. Richtig zur Ruhe setzen wollte er sich jedoch nicht, so eröffnete er 1994 seine private Schwimmschule.

Ins kalte Wasser: Schwimmschüler mit Lehrer Jochen Kornder im Jahr 1971.

Viele Jahre fand sein Unterricht in der Römertherme des Kurpark Hotels statt. Nach mehreren Zwischenstationen, wie dem Hotelbad des Seeparks in Kirchheim, findet man den Schwimmlehrer nun im Hallenbad der Vitalisklinik. Zusammen mit seiner Frau Regina und Tochter Sylvia bringt er dort jeden Samstag Kindern verschiedener Nationalitäten das Schwimmen bei: „Wir haben eine bunte Mischung aus internationalen Kindern in unseren Kursen und damit nur gute Erfahrungen gemacht“, erzählt Kornder.

Seit über 50 Jahren ist Jochen Kornder nun schon als Schwimmlehrer tätig. Im Durchschnitt erhalten in „Jochen’s Schwimmschule“ 30 Kinder pro Monat ihr erstes Schwimmabzeichen. Das macht schätzungsweise 12.000 Kinder, denen Jochen Kornder während seiner Tätigkeit in seiner Schwimmschule ein Abzeichen verliehen hat. Im Prinzip eine sehr gute Bilanz. 

Viele Kinder möchten schwimmen lernen

Die Schwimmschule kann sich momentan jedoch kaum vor Anmeldungen retten: „Wir ertrinken förmlich in einer Flut von Anmeldungen“, so Kornder. Seit die Schule nach der Insolvenz des Bades in Kirchheim nach Hersfeld zurückgekehrt ist, steigt die Nachfrage enorm: Sogar aus Oberaula, Heringen, Friedewald und Hünfeld rufen interessierte Eltern an. Grund dafür sei beispielsweise die fehlende Konkurrenz.

Darüber hinaus gibt es nicht genügend geeignete Fachkräfte, die Suche nach weiteren Schwimmlehrern gestaltet sich folglich schwierig. „Nicht jeder ist dafür geeignet, Kindern das Schwimmen beizubringen“, erklärt Jochen Kornder, da dies vor allem viel Einfühlungsvermögen erfordert.

Schwimmbäder sind stark belegt

Auch die Suche nach geeigneten Schwimmbädern entwickelt sich zunehmend schwierig: Zum einen fehlen freie Belegungszeiten der Bäder, zum anderen gibt es kaum ein Schwimmbad, welches die für Kleinkinder erforderliche Wassertemperatur erfüllt. „Das Wärme und Kälteempfinden hat sich mit den Jahren stark verändert“, erzählt der langjährige Schwimmlehrer. In den 60er Jahren seien die Kinder noch bei Temperaturen von 16 Grad ins Wasser gesprungen, während heute erst Wassertemperaturen von 28 bis 32 Grad angebotsfähig sind.

Dennoch ist und bleibt der Schwimmunterricht Jochen Kornders große Leidenschaft. Seine Schwimmkurse sind hoch gefragt und sogar bis November nächsten Jahres ausgebucht. Trotz allem, eins ist sicher: Solange es geht, macht er weiter.

Zur Person: Das ist Jochen Kornder

Jochen Kornder wurde 1930 in Eisenach geboren. Er absolvierte die Volksschule sowie eine Lehre als Möbeltischler. 1950 trat er in die Kriminalpolizei ein, zunächst als Angestellter, später als Beamter. 1955 floh er über Berlin in den Westen und kam 1958 nach Bad Hersfeld. Ob als Badewärter, Campingplatzwart oder Schwimmmeister, den Hersfelder Schwimmbädern ist Kornder treu verbunden. 

1994 gründete er „Jochen’s Schwimmschule“, die er seit 25 Jahren leitet. In Bad Hersfeld kennt man ihn nicht nur als Bademeister, sondern auch als „Eisvogt“: Im Winter hatte er die Aufsicht an den zugefrorenen Nordschulteichen, wenn sie zum Schlittschuhlaufen freigegeben waren.

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