Viele Asylanträge werden abgelehnt

Seit eineinhalb Jahren kommen kaum noch neue Flüchtlinge in den Kreis

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Flüchtlinge.

Hersfeld-Rotenburg. Gerade einmal zehn Menschen, die vor Krieg und Verfolgung in ihren Heimatländern geflohen sind, sind in diesem Jahr bisher im Landkreis Hersfeld-Rotenburg angekommen.

Das teilt René Bieber, Fachbereichsleiter Arbeit und Migration beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg, auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Im vergangenen Jahr seien es 101 Menschen gewesen, die als Flüchtlinge in den Landkreis gekommen seien. Frank Hildebrand, Leiter des Fachdienstes Migration/Asyl erklärt das damit, dass der Kreis in den Jahren zuvor weit mehr Geflüchtete aufgenommen habe, als vorgegeben gewesen sei.

Derzeit leben 2800 Menschen mit Fluchthintergrund im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. 2500 von ihnen sind als Flüchtlinge anerkannt oder subsidiär geschützt, 300 warten noch auf einen Bescheid auf ihren Asylantrag oder wurden bereits abgelehnt.

In den vergangenen Monaten habe es sehr viele Ablehnungen gegeben, sagt Frank Hildebrand. „Die Zeichen stehen auf Rückführung“, hat er festgestellt. Nicht etwa, weil die Menschen aus sicheren Herkunftsländern kommen, sondern eher aus bürokratischen Gründen: Weil sie woanders bereits einen Antrag gestellt haben, weil sie eine falsche Identität angegeben haben oder aus anderen Gründen. Die meisten abgelehnten Bewerber klagen gegen den Bescheid, das kann dann dauern.

Viele der Neuankömmlinge seien sehr um Integration bemüht, erklärt Hildebrand. Sie seien in Ausbildung oder hätten Arbeit gefunden, sowohl bei Amazon oder Logistikern als auch in Handwerksbetrieben. „Einige haben aber auch keine Lust“, räumt der Fachbereichsleiter ein. Die meisten Flüchtlinge lebten dezentral in Wohnungen, sagt Hildebrand. Dieses Prinzip habe sich bewährt. Allerdings gebe es einen Trend, in die Städte Bebra und Bad Hersfeld zu ziehen. 

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat von Anfang an darauf gesetzt, die zahlreichen Flüchtlinge, die 2015 und 2016 in den Kreis gekommen sind, dezentral in Wohnungen und nicht in großen Heimen unterzubringen. Dadurch sollte sowohl die Integration erleichtert als auch Probleme vermieden werden, die durch enges Zusammenleben auf kleinem Raum entstehen.

 Für diese Objekte hat der Kreis standardisierte Mietverträge mit Sonderkündigungsrecht abgeschlossen. Probleme mit Leerstand gibt es deshalb kaum. 26 Objekte wurden 2017 gekündigt, 16 bereits in diesem Jahr. In Betrieb sind noch zwei Heime, und zwar am Wehneberg und in Kirchheim.

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