Buchcafé testet digitale Formate, Ellis Saal setzt auf Live-Events

Corona trifft Kulturveranstalter hart: Seit Monaten nur Absagen

Von links Klaus Wittich, Ute Holstein, Hans Holstein und Angelika August vom Verein Ellis Saal stehen vor dem Eingang zu Ellis Saal in Weiterode. Der Kulturverein bietet trotz Corona ein neues Programm an - mit Hygienekonzept für die Veranstaltungen. Die Vereinsmitglieder halten daher Masken mit der Aufschrift Ellis Saal in die Kamera.
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Sind „ein bisschen kulturverrückt“: von links Klaus Wittich, Ute und Hans Holstein und Angelika August vom Verein Ellis Saal.

Seit Monaten nur Absagen: Die Corona-Pandemie trifft auch die Kulturveranstalter in der Region Hersfeld-Rotenburg hart.

Hersfeld-Rotenburg – Eigentlich hatte das Buchcafé in Bad Hersfeld in diesem Jahr ein relativ normales Programm geplant – mit Kabarettveranstaltungen, Lesungen, Konzerten verschiedener Stilrichtungen, Theater und Kleinkunst. Doch der coronabedingte Lockdown seit Anfang November 2020 zwingt Geschäftsführerin Mercedes Thiel dazu, Monat für Monat Veranstaltungen abzusagen.

Eine Perspektive, wann Kulturveranstaltungen im Saal wieder möglich sein könnten, gibt es nicht.

Ähnlich sieht es bei „Ellis Saal“ in Weiterode aus. Auch dort hat Ute Holstein alles abgesagt und auch alle bereits gekauften Tickets wieder zurückerstattet. Die Zwangspause nutzen Mercedes Thiel und das Buchcafé-Team für Modernisierungen.

So wurde nicht nur der Brandschutz verbessert – unter anderem sind die Türen jetzt so ausgestattet, dass sie sich bei einem Feuer automatisch schließen – es wurde auch viel in die Technik investiert. Dazu wurde unter anderem Fördergeld aus dem Kulturpaket I und vom Land Hessen eingesetzt. Parallel dazu werden neue Konzepte entwickelt. Denn obwohl natürlich Live-Veranstaltungen vor Publikum im Saal das Ziel sind, wollen die Buchcafé-Macher auch mit modernen, digitalen Formaten arbeiten. Auch Hybrid-Veranstaltungen, bei denen ein Konzert oder eine Diskussionsveranstaltung in den benachbarten Seminarraum oder zum Beispiel auch in ein Dorfgemeinschaftshaus übertragen werden, könnten in Zukunft verstärkt Thema sein, erläutert Thiel.

Digitale Formate sind für den Kulturverein, der Ellis Saal trägt und alles ehrenamtlich organisiert, dagegen kein Thema. „Unsere Künstler setzen auf die Interaktion mit den Zuschauern. Das funktioniert nur, wenn man das live erlebt. Die Künstler brauchen die Nähe zum Publikum“, betont Ute Holstein. Sie hofft, dass es in Weiterode im September wieder losgehen kann. Die Künstler, die schon im vergangenen Jahr hatten kommen wollen, seien auf den Herbst umgebucht.

Lokschuppen in Bebra setzt auf den Herbst

Geschäftsführer Matthias Bähr plant für den Veranstaltungsort am Bebraer Bahnhof frühestens ab Herbst wieder Kulturprogramm: „Vorher ist mir das zu risikoreich.“ Frühjahr und Sommer im zweiten Corona-Jahr habe er bereits komplett abgehakt. Es sei bisher gelungen, sämtliche durch Corona abgesagte Kulturveranstaltungen zu verschieben. Besonders bei privaten Feiern sowie Messen und Tagungen mache sich die Pandemie jedoch bemerkbar, so der Veranstalter. zac/cig

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